Endseeker - Mount Carcass

CD Reviews, Endseeker - Mount Carcass

Der Vorgänger “The Harvest” ist noch gar nicht so lange her und doch liegen zwischen September 2019 und der Veröffentlichung von “Mount Carcass” heuer gefühlte Welten. Aber statt den verpassten Chancen des Zweitwerks hinterher zu trauern, packten sich ENDSEEKER im vergangenen Jahr selbst beim Schopfe und nahmen einfach ein neues Album in Angriff. Denn Angriff ist bekanntlich die beste Verteidigung, gerade, wenn es sich um das vielzitierte wegweisende, dritte Werk handelt, welches gemeinhin über Aufstieg, Durchbruch, Weltherrschaft, Niedergang oder Forever Underground entscheiden soll. Dabei stehen Bands dieser (Death-)Metal-Generation mittlerweile sehr oft über oder neben dieser überlieferten Business-Phrase. Denn spätestens, nachdem ENDSEEKER bei ihrem hochverdienten Metal Blade–Einstand “The Harvest” eindrucksvoll bestätigt haben, dass “Flesh Hammer Prophecy” keine Eintagsfliege war, müssen die Hamburger eigentlich niemandem mehr etwas beweisen.
Trotzdem überrascht es schon, wie frisch und scheinbar befreit von jeglichem Ballast ENDSEEKER auf “Mount Carcass” aufspielen, nicht zuletzt, wenn man die Begleitumstände des vergangenen Jahres mal Revue passieren lässt. “Mount Carcass” quillt vor Spielfreude förmlich über und kombiniert die rohe, kompakte und rifflastige Brutalität des Vorgängeralbums mit der von den (dis-)harmonischen, morbiden Leads und Melodien geprägten Todesstahl-Atmosphäre auf “Flesh Hammer Prophecy”. Das Songwriting ist fokussiert und auf den Punkt. Egal ob stampfender, groovender Mid- und Up-Tempo Death Metal oder dreckig-rotziger Death ´N´ Roll, wobei man nie verlegen ist, das Gaspedal immer mal wieder bis auf´s Blech durchzutreten. “Mount Carcass” ist soviel mehr als das kleine und das große HM2-Einmaleins. Es ist das abwechslungsreichste ENDSEEKER-Album, bei dem es vor allem Lenny irgendwie geschafft hat, seine herausragenden Entertainer-Qualitäten, die er auf der Bühne mit seiner Gesamtpräsenz ausstrahlt, in seiner Performance auf den Tonträger zu bannen. Wie gefestigt und selbstbewusst die Band in ihrer Entwicklung mittlerweile ist, zeigt nicht zuletzt die Tatsache, dass man sich nach der Bolt Thorwer-Hommage “Powder Burns” (“Flesh Hammer Prophecy”) sowie der saucoolen Megadeth-Adaption “Symphony Of Destruction” (“The Harvest”) für den Ausklang auf “Mount Carcass” an die Titelmelodie des Soundtracks von John Carpenters “Die Klapperschlange” herangewagt hat. Und das Ergebnis spricht für sich.

Dieses Werk ist pure (positive) Energie, wie man sie im klassischen Death Metal authentischer und brutaler kaum erleben kann. Ich bin ja normalerweise eher knauserig, was die Vergabe von Punkten angeht. Unter normalen Umständen hätte ich wohl eine gute zwölf oder knappe 13 gezückt. Da aber Trille bei “Flesh Hammer Prophecy” und auch Eric für “The Harvest” jeweils mit 13 Punkten vorgelegt haben, bleibt mir nichts anderes übrig, als für “Mount Carcass” aus Überzeugung die 14 Punkte zu ziehen. Man kann nur hoffen, dass wir diesen Corona-Mist gemeinsam möglichst schnell hinter uns lassen und dass ENDSEEKER dann dieses Riffgebirge mit dem Namen Carcass endlich auf den Bühnen auftürmen dürfen, wobei diese Gipfeltour den Herren dann hoffentlich die Ernte ihrer Leidensfähigkeit und Hingabe bescheren wird...

Horns up, ENDSEEKER!


ENDSEEKER – Mount Carcass _ Official Video:

Line Up

Lenny – Vocals
Ben – Guitars
Jury – Guitars
Torsten – Bass
Andre - Drums

Tracklist

01 Unholy Rites
02 Merciless Tide
03 Bloodline
04 Mount Carcass
05 Count the Dead
06 Cult
07 Moribund
08 Frantic Redemption
09 Escape from New York

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.