Eskimo Callboy - Rehab

CD Reviews, Eskimo Callboy - Rehab

An ESKIMO CALLBOY haben sich schon immer die Geister geschieden. Denn die ganz besondere Mischung ihres Elektrocores muss man eben mögen. Ebenso das konsequente Einreißen jedweder Genregrenzen. Und so konnte man sich bisher mit jedem neuen Album darauf verlassen, dass man großartige Melodien, eine mitreißende Stimmung und Songs aus einem Guss geboten bekam.

Mit „Rehab“ scheint sich das jetzt geändert zu haben. Allein der Titel rührt nach Angaben der Promoabteilung daher, dass es während der Aufnahmen des Longplayers einige Höhen und Tiefen gegeben habe, was auch daran gelegen habe, dass es nicht ganz einfach gewesen sei, eine einheitliche Richtung zu finden, da die Stärken eines jeden Bandmitgliedes in den Vordergrund gestellt werden sollte. Das hört man dem Album leider auch an. Da wird in solch freudiger Weise experimentiert, dass man sich dann doch fragt, ob weniger nicht mehr gewesen wäre. Mitunter wird die Richtung auch nicht wirklich klar. Möchte man jetzt wie „BRING ME THE HORIZON“ den Weg in die wohl erfolgversprechende Seichtheit gehen ('Disbeliever'), mehr Sprechgesang wagen ('Nice Boi') oder durchaus mit gehörigen Wums ('Made By America') auf sich aufmerksam machen?

Die klaren Vocals dominieren, geshoutet wird fast überhaupt nicht und mitunter hat man den Eindruck, dass einer der bekannten Justins hinter dem Mikro steht ('Rehab'). Viele Tracks klingen ganz okay, aber eben auch zu sehr bemüht, zu verkopft und zu konstruiert. Die Melodien sind ganz nett, aber der Funke will nicht so richtig überspringen. Das Feuer früherer Alben wird einfach nicht entfacht. Schade. Aber als positiv ist zumindest festzuhalten, dass ESKIMO CALLBOY etwas grundsätzlich Anderes probiert haben und der festen Ansicht sind, sich durch die Konzentration auf „Rehab“ als Menschen und Musiker weiterentwickeln zu werden. Das ist doch auch schon einmal etwas.

Fazit: Die Elektrocorer von ESKIMO CALLBOY haben sich mit ihrem neuen Longplayer „Rehab“ leider etwas verzettelt. In dem Bemühen, einen wahrhaftigen Aufbruch zu wagen, indem man die Stärken eines jeden einzelnen Bandmitglieds zur Geltung bringen wollte, ist das lodernde Feuer, die energiegeladene Dynamik und die mitreißende Unverwechselbarkeit verloren gegangen. 

Line Up

Sushi (Vocals)
Kevin (Vocals)
Daniel (Guitar)
Pascal (Guitar)
Daniel (Bass)
David (Drums) 

Tracklist

1. Take Me To 00:54
2. Rehab 03:16
3. It’s Going Down 01:05
4. Hurricane 03:41
5. Disbeliever 03:55
6. Okay 03:25
7. Made By America 03:08
8. Supernova 02:54
9. Lost 03:17
10. Nice Boi 02:29
11. Prism 03:38 
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