Fates Warning – Long Day Good Night

CD Reviews, Fates Warning – Long Day Good Night

„Long Day Good Night“ klingt so dermaßen nach Abschiedsalbum der Progressive Metal Pioniere FATES WARNING, dass die melancholische Grundstimmung der Band für Traurigkeit sorgt. Hat die Band mit „Theories Of Flight“ nicht zuletzt einen Höhepunkt im eigenen Schaffen hinterlassen? Das letzte Stück auf „Long Day Good Night“ hat den klaren Titel „The Last Song“. Ich hoffe, dass Mastermind Jim Matheos es sich noch einmal anders überlegt. Wenn nicht haben FATES WARNING ein gutes Abschlusswerk erschaffen.
Jedes Stück hier komplett auseinander zu nehmen spare ich mir. Ein paar Anspieltipps habe ich aber. Das vertrackt harte „Shuttered World“ glänzt mit starkem Refrain und hätte sich auch prima auf „Parallels“ oder „InsideOut“ hören lassen können. „Alone We Walk“ startet sehr atmosphärisch und kommt nach zwei Minuten mit trockenen Riffs und viel Dynamik um die Ecke. Gedanken an „Pleasant Shades Of Grey“und„Darkness In a Different Light“ kommen mir in den Sinn. Deutlich eingängiger klingt da die Singleauskopplung “Here comes the Rain“, die wieder diese melancholischen Harmonien der Ray Alder Hochphase wiedergibt. Apropos Alder: der singt wieder verzaubernd warm und hält sich weiter von den totalen Höhen fern. Gut so. Das beweist er auf dem ruhig startenden „The Way Home“, welches sich nach drei Minuten immer weiter entfacht und sehr düster komplex wird. Nach  fünf Minuten kommt ein typischer Chorus, der das Stück auflöst und in ein starkes Solo führt. Das sehr ruhige „Under The Sun“ wird von Streichern unterstützt und ist wunderschön. „Scars“ erinnert mich eher an „Disconnected“ oder „FWX“, kommt nicht zu vertrackt und ist eher auf „modernen“ Riffs aufgebaut. Und beim Anfang von „Begin Again“ dachte ich zunächst an SOUNDGARDEN. Schnell wird klar, dass hier ein wenig mit anderen Gitarrensound experimentiert wird. Ein echter Grower. „When Snow Falls“ ist da ganz anders, sehr ruhig und klingt nach Hoffnungslosigkeit. Das treibende „Glass Houses“ sorgt zwar nicht für Aha Effekte, trifft mich aber irgendwie. Eins der Highlights, das vieles was diese Band zu „No Exit“ Zeiten entwickelte gut zusammenfasst. Das längste Stück „The Longest Shadow Of The Day“ startet jazzig und sehr komplex instrumental. Die Steigerung zum harten Teil ist Progressive Metal par Excellanze. Dann der Wandel zu etwas höchst Atmosphärischen mit wunderbarem Gesang. Und wieder ein längerer dynamischer Aufbau, der dann völlig unpassend ausgeblendet wird. „The Last Song“ kommt akustisch und klingt, wie der Titel es andeutet nach Abschied.
Fazit: Fates Warning Fans werden sich die Scheibe, die nicht ganz an „Theories Of Flight“ heranreicht sowieso kaufen. Vielleicht ist es das Finale Werk der Band. Freunde von Progressive Metal der Güteklasse A werden auch zufrieden mit „Long Day Good Night“ werden. Es gibt einige Höhepunkte zu finden, trotzdem ist „Long Day Good Night“ zu lang geworden.


Line Up

Jim Matheos: Gitarre
Ray Alder: Gesang
Joey Vera: Bass
Bobby Jarzombek: Drums
Mike Abdow: Guitar

Tracklist

1. The Destination Onward
2. Shuttered World
3. Alone We Walk
4. Now Comes the Rain
5. The Way Home
6. Under the Sun
7. Scars
8. Begin Again
9. When Snow Falls
10. Liar
11. Glass Houses
12. The Longest Shadow of the Day
13. The Last Song

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