Feeder - Tallulah

CD Reviews, Feeder - Tallulah

Fast drei Jahre mussten die Freunde und Freundinnen des gepflegten Alternativ Rock auf den Nachfolger des genialen Longplayer „All Bright Electric“ warten, aber das Warten hat sich mehr als gelohnt.
Denn das Duo aus dem Vereinigten Königreich vermag es auch auf „Tallulah“, aus ihrem Genre alle Vorzüge herauszuholen und somit ein Opus zu erschaffen, das auf die Gesichter der Zuhörer ein beseeltes Lächeln zaubert. Mehr an Kraft, an Intensität und Hoffnung geht nun wirklich nicht.
Das wahrhaftige Hymnenfeuerwerk startet mit dem schon vorab veröffentlichten und ungemein gute Laune verbreitenden, schmissigen 'Youth'. Es folgt das entschleunigtere und leicht schmachtende 'Blue Sky Blue', um dann vom angegroovten 'Daily Habit' abgelöst zu werden. So viel Diversity bei den ersten drei Liedern hat man lange nicht gehört.

Und natürlich werden dabei alle Register des bandeigenen genuinen Sounds gezogen. Stilbildend ist nach wie vor die rockige Leichtigkeit im Verein mit der ganz ganz großen Melodie, bestens zu beobachten in dem wirklich nahezu schwebend schwerelosen 'Fear Of Flying'. Hammer! Melancholie wird in 'Rodeo' groß geschrieben, in dem titelgebenden Track wird sich dann der fast schon grenzenlosen Sehnsucht hingegeben. Gänsehaut ist hier garantiert. Aber von der Depri-Stimmung wird man mit dem hoffnungsvollen 'Shapes And Sounds' schnell wieder befreit. Unter die Haut geht dann das epische, nachdenkliche 'Guillotine', ein Kleinod in Songform.

Hammerharte, dröhnende Riffs übernehmen in dem sperrigen 'Kyoto' das Kommando, auch wenn das melodische Element immer wieder durchschimmert. Post-Beatles-mäßige Verspieltheit findet sich in 'Kite', in 'Windmill' bricht sich erneut großes sehnsuchtsvolles Hoffen Bahn, ehe uns der akustische Rausschmeißer 'Lonely Hollow Days' in die Stille entlässt.

Fazit: Die britischen Alternative Rocker von FEEDER zeigen auch auf ihrem neuen Longplayer „Tallulah“ in eindrucksvoller Manier, warum sie seit über 25 Jahren zu den Großen ihres Genres gehören, gelingt es ihnen doch mit jedem Album erneut, Songs zu erschaffen, die durch ihre Tiefgründigkeit, Intensität und Frische bestechen und somit dazu geeignet sind, in unseren „soundtrack of our life“ aufgenommen zu werden.

Line Up

Grant Nicholas
Taka Hirose

Tracklist

01. Youth
02. Blue Sky Blue
03. Daily Habit
04. Fear Of Flying
05. Rodeo
06. Tallulah
07. Shapes And Sounds
08. Guillotine
09. Kyoto
10. Kite
11. Windmill
12. Lonely Hollow Days

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Feeder