Filistine - LoFe

CD Reviews, Filistine - LoFe

FILISTINE kennt Ihr nicht? Ich bis dato auch nicht. Umso besser, dass die Band die Auftrittsstagnation nutzt, um in eigener Sache Promotion zu machen. So flatterte auch vor ein paar Wochen eine Reviewanfrage beim Twilight-Magazin ein. Will das jemand machen? Nach kurzer Überlegung und Erstaufklärung: Yo, die sollen mal ihr Album schicken! Ein paar Tage später erhielt ich die CD "LoFe" als schönes Digipak nebst kurzem persönlichen Anschreiben. Mir haben die Songs des Trios sehr gefallen. Von daher: Danke für die Initiativbewerbung.

Im Twilight-Magazin erwartet man gemeinhin - Ausnahme manch Hörspiel - die Besprechung von Musik aus den vielen Schubladen dessen, was sich Metal nennt. Ab und an kommt Mucke in die Redaktion, die aus anderen Genres stammt. So ist das auch bei FILISTINE der Fall. Blues ist das nicht, Alternative auch nicht, eher Rock. Im positiven Sinne ist das allerdings handgemachte Unterhaltungsmusik mit E-Gitarre, Bass und Schlagzeug plus Gesang. 

Neumarkt in der Oberpflalz liegt in Bayern. Das ist der Herkunftsort der Band. Im Gegensatz zu anderen Rezensenten des Albums kenne ich den Ort, weil dort einige meiner US-Kameraden wohnten, die auf dem Trainingsgelände Hohenfels eingesetzt waren, auf dem ich auch schon die ein um andere Stunde verbrachte. Das Trio setzt sich zusammen aus Jonas Böhm ("Jonny B."), dem Schlagzeuger, Samuel Meier ("Samu"), der die Bassgitarre spielt und schließlich Om Hari Lasar, der die E-Gitarre bearbeitet. Samu und Om Hari Lasar teilen sich zusätzlich den Job am Mikrophon. 

Die musikalischen Wurzeln der Band liegen nach Selbstauskunft bei JIMI HENDRIX und LED ZEPPELIN, man bedient sich der Licks und Riffs aus den Genres Blues und Jazz. Die eigene Absicht ist es tanzbare, authentisch und von Spaß (oder Spielfreude) getragene Musik zu schreiben und aufzuführen.
Den Bezug zu LED ZEPPELIN kann ich nicht so ausmachen, dazu sind FILISTINE nicht bombastisch genug und sie verlieren sich nicht im Solieren, sondern es ist alles songorientiert. HENDRIX ist im Gitarrensound und der Spielweise des Gitarristen nicht zu überhören. Die gefühlte Leichtigkeit, das Beswingte im Bandklang deutet für mich zudem Richtung THE POLICE . 
Gegründet wurde die Band 2012, das Debüt erschien 2017. Wie bereits eingangs erwähnt, wurde "LoFe" bereits im April 2020 herausgebracht.
Thematisch dreht sich das Album um das "große Thema" Liebe. 

Als ich, bevor ich zusagte das Review zu schreiben, via YT auf Aufklärung ging, stolperte ich über den Clip zu "Summer". Yeah, da wird bayerischer Hedonismus abgefeiert. Das Wandeln durch die Hopfenfelder (vermutlich in der Hallertau - auch mal meine Heimat gewesen), sofort hatte ich den Duft der Dolgen in der Nase, das Ablachsen an den berühmten bayerischen Badeseen. Das ist ein Song, der auch Radiorotation bekommen kann und sollte. 
Ein paar weitere Gedanken zu Liedern auf dem Album: "Texas" hat eine schöne galoppierende Strophe, in der Bridge grüßt ein Bottleneck, das über die Saiten "slidet". In "Central Park" erinnert die Stimme Om Hari Lasars tatsächlich ein wenig an HENDRIX, auch an ROBERT DOWNEY Jr. (als er mit STING an dessen 60. ein Duett trällerte). "Rival Sons" weckt Erinnerungen an so manch Nummer von den STONE TEMPLE PILOTS. Das Intro von "All In" dürfte TZ gefallen, denn es erinnert ein wenig an BON JOVIs "Wanted Dead Or Alive". Es wechselt aber sehr schnell in den eigentümlich Stil FILISTINEs. Es ist meine Lieblingsnummer geworden. Und schließlich "Love", wegen des THE POLICE Vibes, weiß schnell zu überzeugen. Durchhänger stellte ich nicht fest auf dem Album.

FILISTINE klingen sehr international, der Mix ist rund und voll, aber nicht überkomprimiert, sondern transparent, beide Sänger geben den Songs, die sie interpretieren ihre jeweilige spezielle Note. Die Lieder liefern das ab, was sich die Band als Credo setzt: Tanzbarkeit, Authentizität, Spaß.

Man kann der Band nur wünschen, dass sie richtig bekannt wird, auch über die Grenzen unseres Sprachraums hinaus.

Line Up

Om Hari Lasar - Gesang, Gitarre
Samuel Meier - Gesang, Bass
Jonas Böhm - Schlagzeug

Tracklist

1. All In
2. Play
3. Texas
4. Bad Name
5. Summer
6. Moonlight
7. Fun In The Sun
8. Central Park
9. Love
10. Rival Sons

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