GARY MOORE - How Blue You Can Get

CD Reviews, GARY MOORE - How Blue You Can Get

Irgendjemand entschloss sich dazu, bei GARY MOORE in seinem Archiv zu wühlen. Der Zeitpunkt der Veröffentlichung ist gut gewählt, denn 2011 verstarb GARY MOORE in Spanien. Insofern ist How Blue You Can Get also eine schöne Erinnerung an ihn zum zehnjährigen Todestag.

Wie kann man sich an einen verstorbenen Musiker erinnern? Es gibt mindestens zwei Möglichkeiten des Handelns: Man sucht einfach seine Evergreens heraus, remastered die Tonspuren und wirft sie als Sampler/Best of auf den Markt (oder man spart sich sogar das remastern). Oder: Man wendet Detektivarbeit auf, durchstöbert alle Aufnahmen und wählt dann Stücke aus, die noch nicht veröffentlicht wurden. 

So hat man das bei How Blue You Can Get gemacht. Dieses Vorgehen begrüße ich ausdrücklich. So finden sich acht Nummern auf dem Album, teilweise Cover, und bieten auf rund 45 min die Möglichkeit, sich an GARY MOOREs Stimme, Gitarrenspiel und Blues-Stil zu erinnern. I'm Tore Down von FREDDY KING, Steppin' Out von MEMPHIS SLIM, Done Some Wrong von ELMORE JAMES und How Blue You Can Get von B. B. KING sind die Cover. 

Die Nummer In My Dreams ist eine Ballade, die für mich wie eine Vorversion von Still Got The Blues wirkt. Looking At Your Picture ist durch den Break-Beat und das an ZZ-Top erinnernde Lick eine ungewöhnliche Nummer, die mich positiv überrascht.

Ich selber mag von Sound und der Spielweise her eher STEVIE RAY VAUGHAN inspirierten Blues (z. B. HENRIK FREISCHLADER, dessen Vorbild aber GARY MOORE ist) oder ZZ Top. GARY MOORE hat allerdings eine tolle singende Phrasierung in seinem Solospiel, die andere einfach nicht hinbekommen. Das Cover B. B. KINGs klingt demnach auch nach einem Stück GARY MOOREs.  

Mein Fazit: Wenn GARY MOORE mit schneidendem Ton seinen Blues spielt, nervt es mich schnell, ist er gezügelt, finde ich ihn wirklich gut. Und das Album bietet eine stimmige Balance. GARY MOORE Fans werden nicht um das Album herumkommen, auch Gitarristen nicht, weil er zu den ganz großen mit eigenem Gitarrenton gehört (ERIC CLAPTON fällt für mich nicht darunter). Ferner honoriere ich das Vorgehen, mit unveröffentlichten Material an ihn zum zehnten Todestag zu erinnern. Nicht die Asche gibt man weiter, sondern eine Flamme. Le roi est mort, longue vie au roi.

Line Up

Gary Moore - Gesang, Gitarre
unbekannte Studiomusiker

Tracklist

1. I'm Tore Down
2. Steppin' Out
3. In My Dreams
4. How Blue Can You Get
5. Looking At Your Picture
6. Love Can Make A Fool Of You
7. Done Somebody Wrong
8. Living With The Blues

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