Ghost - Impera

CD Reviews, Ghost - Impera

Irgendwie schaffen es Ghost mit ihren letzten Alben, immer ungewollt den Zeitgeist zu treffen. Ihr Vorgängeralbum „Prequelle“ von 2018 handelte teilweise vom schwarzen Tod („Rats“), Wochen nach ihrem letzten Konzert 2020 gehen weite Teile der Welt in den Lockdown.Ihr neuestes Werk „Impera“ handelt von Aufstieg und Fall von Weltreichen, von Imperialismus, Gier und Machtstrukturen und passt sich damit auch in unsere besorgniserregende Zeit ein.

Nach dem instrumentalen Intro „Empire“ donnert der energische Opener „Kaiserion“ mit Orgeln und Tempo los. Der Track ist wahnsinnig melodisch und katapultiert einen sofort in die 80er.
„Spillways“ hat das Potential, ein Hit zu werden, klingt nach Abba- Metal gemischt mit Bon Jovi und ist unterm Strich ein wenig theatralisch geraten, geht aber mit seiner Melodie sofort ins Ohr.

„Hunter’s Moon“, die erste Single des Albums, fand im Soundtrack zu Halloween kills Verwendung und klingt im Gegensatz zur Soundtrack -Version ein wenig anders. Das tut dem Song aber gut, so hat der Song in der Albumversion etwas mehr Wucht

So geht es weiter auf der Scheibe, Hand in Hand zwischen Hardrock und unwiderstehlichem Pop-Melodien. „Call Me Little Sunshine“, „Watcher in the Sky“ und „Griftwood“ sind klassische Ghost Songs. Alle zusammen sind leicht progressiv, bombastisch und eingängig.

Der radikalste Track ist zweifellos „Twenties“ und hat ein paar Durchläufe gebraucht, bis der erste Schock überwunden ist. Mit Bläsern und schweren Riffs ist der Song musikalisches Drama und auf subtile Art sehr unterhaltsam, kann aber für einige schwer verdaulich sein.

Übrig bleiben zwei Powerballaden. „Darkness at the Heart of my Love“ ist von den zweien für mich der deutlich schwächere Song. Er ist überladen mit Pathos und Zuckerguss, dabei leider aber ein wenig uninteressant. Deutlich stärker ist der Closer "Respite On The Spitalfields". Wahrscheinlich ist der Song der schönste im Ghost Repertoire. Er ist wunderbar atmosphärisch und bringt ein exzellentes Solo und einen wunderschönen Refrain mit. Auf den Song auf „Impera“ zu warten lohnt sich voll und ganz.

Musikalisch könnte dies vielleicht die herausforderndste Platte von Ghost sein. Der musikalische Einfluss hat eine breite Palette an Zutaten bekommen. Es klingt nach 80er-Hardrock, nach Queen, Deep Purple, Electric Light Orchestra und irgendwie auch nach Abba. Es mag unmöglich klingen, aber irgendwie kriegen es Ghost zusammen und erzeugen einen guten, frischen Sound. Tobias Forge alias Papa Emeritus IV hat wieder einmal bewiesen, dass er unübertroffen ist, wenn es darum geht, eingängige Nummern zu kreieren, die auf Konzerten mitgesungen werden.

Es wird Metal Fans geben, die den Sound bemängeln, das es kein Metal oder Hardrock mehr ist. „Impera“ ist auch nicht wahnsinnig innovativ, aber immer noch so gut, das ich mich nicht darüber beschweren werde.

Line Up

  • Gesang: Papa Emeritus IV
  • Gitarre: Fire symbol (alchemical).svg A Nameless Ghoul
  • Gitarre: Quintessence monogram (fixed width).svg A Nameless Ghoul
  • Bass: Water symbol (alchemical).svg A Nameless Ghoul
  • Keyboard: Air symbol (alchemical).svg A Nameless Ghoul
  • Schlagzeug: Earth symbol (alchemical).svg A Nameless Ghoul

Tracklist

  1. Imperium
  2. Kaisarion
  3. Spillways
  4. Call Me Little Sunshine
  5. Hunter’s Moon
  6. Watcher in the Sky
  7. Dominion
  8. Twenties
  9. Darkness at the Heart of My Love
  10. Griftwood
  11. Bite of Passage
  12. Respite on the Spital Fields
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