Gojira - Fortitude

CD Reviews, Gojira - Fortitude

Fünf Jahre ist es jetzt her, dass die extremen Metaller GOJIRA ihren sechsten Longplayer „Magma“ veröffentlicht haben, der den Franzosen trotz seiner überaus düsteren Atmosphäre den Weg in den Metal-Mainstream eröffnete. Ich müsste lügen, wenn ich sagen würde, dass mir dieser Hype, dieses Abgefeiertwerden in den asozialen Medien und die Grammy-Nominierungen nicht mehr als suspekt erscheinen würden.

Deswegen hielt sich meine Freude über das Erscheinen des neuen Albums „Fortitude“ auch in Grenzen. Als Lateiner zog mich hingegen der Titel „Fortitude“ in seinen Bann und der erste Kontakt mit den vorab veröffentlichen Tracks haben dann doch die Neugierde in mir geweckt. Denn ‚Amazonia’ kann zum Beispiel durchaus mit nahezu hypnotischer riffiger Groovyness aufwarten, die in ein sehr experimentelles musikalisches Umfeld eingebettet wird.

Letzteres ist natürlich ein Markenteichen von GOJIRA und so bietet „Fortitude“ insgesamt elf Songs, die nicht wirklich pflegeleicht sind, sondern die geballte Aufmerksamkeit und die totale Hingabe der Hörenden brauchen. Denn mit einmal Hören ist es nicht getan. Der Weg zum Zugang ist nämlich mitunter äußerst steinig und zeitintensiv.

Schön bretternd ist vor diesem Hintergrund ‚New Found‘, ein Track mit einem etwas anachronistischem 80er-Jahre Hintergrundrauschen. Getreu dem Motto „Erwarte das Unerwartete“ ist der titelgebende Track im wahrsten Sinne des Wortes das genaue Gegenteil von Fortitude, ein angejamtes, akustisches Summstück, das Intro zum eingängigen „The Chant“. Nun, ja. Aber auch die anderen Stücke wollen bei mir nicht so richtig zünden. Ganz passabel sind das phasenweise martialische „Sphinx“ oder das ein wenig an eine Mischung aus DYSCARNATE und SYLOSIS erinnernde ‚Into The Storm‘ oder ‚Grind‘. Thematisch geht es um die Notwendigkeit, die unschönen Seiten der Welt nicht einfach so hinzunehmen, sondern getreu dem Motto der Ärzte „Es ist nicht deine Schuld, dass die Welt ist, wie sie ist, es wär nur deine Schuld, wenn sie so bleibt“.

Fazit: Den extremen Metallern von GOJIRA gelingt es leider fast überhaupt nicht, mich von ihrem neuen Longplayer „Fortitude“ zu überzeugen. Denn dem experimentellen, bisweilen martialischen Grundrauschen fehlen meines Erachtens auf weiten Strecken die unter die Haut gehenden und mitreißenden Höhepunkte.

Tracklist

  1. Born For One Thing
  2. Amazonia
  3. Another World
  4. Hold On
  5. New Found
  6. Fortitude
  7. The Chant
  8. Sphinx
  9. Into The Storm
  10. The Trails
  11. Grind

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