Gotthard - #13

CD Reviews, Gotthard - #13

Das schweizer Hard Rock Flaggschiff veröffentlicht Album Nr.13 mit dem selbigen Titel "#13". Ob Freitag der 13. als Veröffentlichungsdatum eher Zufall oder doch Absicht ist?
Es gibt Bands, die sich bereits unsterblich gemacht haben und eigentlich keine neuen Alben veröffentlichen müssen. Die Fans wollen bei den Konzerten eh nur die "alten" Hits hören. Dann gibt es die Bands, die es immer wieder schaffen, sich so weiterzuentwickeln, dass es den Fans schwer fällt die Wartezeit auf das neue Album irgendwie zu überbrücken.
Bei Gotthard erging es mir vor langer Zeit mal so, wie letzt genanntes. Nämlich "damals" als ich "Dial Hard" bis zu den ersten Abnutzungserscheinungen in Dauerrotation laufen hatte, bis dann endlich "G." auf den Markt kam. Mit "D.Frosted" fing mein Verlangen nach Neuem an, sich in Grenzen zu halten und mit allem was danach kam, wollte ich nicht mehr so recht warm werden und verlor die Band dann auch igendwie aus den Augen.
Mit dem nun neuen Werk "13" würde ich gerne einen Neuanfang starten und meine alte Leidenschaft zu den Schweizern wiederfinden. Aber das gelingt mir leider nicht, denn viele Songs wollen einfach nicht so recht zünden. Der Opener "Bad News" ist stilistisch irgendwo im Bereich Bon Jovi erstes Album einzuordnen und rockt auch gut los. "Every Time I Die" ist ein typischer "auf die Fresse Rocksong", der ebenfalls gut nach vorne geht.
Die Coverversion von ABBA´s "S.O.S" ist sicherlich gelungen, aber wäre nicht nötig gewesen. Die Gitarren-Ballade "Marry You" gefällt durch den ausdrucksstarken Gesang von Nic Maeder, allerdings haben Gotthard schon eingängigere Balladen geschrieben. "Man on a Mission" ist der vielleicht rundeste Song des Albums. Wer die Bluesrock-Ader von Gotthard mag, wird Gefallen an "Another Last Time" finden. Die vielleicht beste Hookline. "No time to Cry" geht nochmal richtig gut nach vorne los. Die Rock-Ballade "I can say I´m Sorry" erinnert mich dann wieder an die alten Zeiten. Ein starker Song! Interessant wäre zum Schluss noch "Rescue me", der nach einem unscheinbaren Akkustikgitarren-Intro immer mehr in einen psychedelic-Sound wechselt, den man so von Gotthard nicht unbedingt erwarten würde.

Fazit: Ein durchwachsenes Album, dass einige Schwächen aufweist, viel Standard bietet und wenig Höhepunkte hat. Die insgesamt 13 Songs wirken zum Teil halt einfallslos, weshalb ich auch darauf verzichte, jeden einzelnen Song anzusprechen. Hier soll sich jeder Hörer seine eigene Meinung bilden.

Natürlich ist auf "13" jede Menge Gotthard drin. Schnörkelloser und direkter Hard Rock, mit dem passenden rotzigen Sound und einem exzellenten Nic Maeder am Mikro, der das Vermächtnis vom 2010 verunglückten Stevie Lee auf seine Weise würdig fortführt. Live sind Gotthard ebenfalls immer noch eine Macht. Und für eingefleischte Fans wird auch "13" ein gutes Album sein, da hier einige Songs Live bestimmt richtig gut rocken werden. Aber Geschmack ist ja bekanntlich sehr verschieden.

Line Up

Nic Maeder | Gesang

Leo Leoni | Gitarre

Freddy Scherer |  Gitarre

Marc Lynn | Bass

Hena Habegger |  Schlagzeug

Tracklist

1. Bad News

2. Every time I Die

3. Missteria

4. 10.000 Faces

5. S.O.S

6. Another last Time

7. Better than Love

8. Save the Date

9. Marry You

10. Man on a Mission

11. No time to Cry

12. I can say I´m Sorry

13. Rescue Me

BONUSTRACKS:

No time to Cry (Demo Version)

I can say I´m Sorry (Piano Version)

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