Gracchus - Murder Party

CD Reviews, Gracchus - Murder Party

Nach den zwei EP "MCMLXXX" aus 2016 und "Cluttered And Crowded" aus 2018 veröffentlichte das in der Schweiz ansässige Quartett "Gracchus" nun am 04.10.2019 ihr erstes Album namens "Murder Party".
Für den 04.10.2019 ist die Veröffentlichung angekündigt gewesen, ich habe es erst am 06.10.2019 geschafft, das Review zu schreiben. Unpräzise wie ein Nicht-Schweizer. 
Beim Namen "Gracchus" dachte ich zuerst an Altphilologen, die sich des Erwerbs ihres Latinums erinnerten, denn an eine Band. Nimmt man die historische Figur des römischen Volkstribuns, der sich als Reformator vergeblich versuchte und schließlich samt seiner Anhänger ermordet wurde, wird ein solches Schicksal die Band nicht ereilen, denn sie schicken sie nicht an althergebrachte Metaltradion reformieren zu wollen. Dennoch haben "Gracchus" mit den auf "Murder Party" vertretenen Songs etwas abgeliefert, was eine eineindeutige Genre-Zuordnung schwierig macht. En gros würde ich das schon eher als Metal bezeichnen denn als  Alternative, was die beiden Amerikaner und die beiden Schweizer aufgenommen haben. Aber nicht reinrassig. Die Bridge bei "My Love" könnte ein Intro von den "Deftones" sein und die Bridge von "Living For Too Long" geht ins jazzige. Und danach kommt wieder Metal. Gut, das machen "Periphery" auch. "Gracchus" sind aber nicht so komplex in Komposition/Arrangement, sondern eher traditionell. Auch glaube ich, dass sie im Standardtuning E-A-D-G-H-E, allenfalls Drop-D, komponieren. Die zuvor andegedeuten Rekurse bedeuten nicht, dass man an jeder Note oder Harmoniefolge denkt "Ah, das habe ich schon mal bei 'Dings-Bums' gehört." Nein, die Handschrift der Band ist individuell. Sie haben, und das gefällt mir sehr gut, ein feines Gespür für Melodien, Spannungsbögen und Überraschungsmomente (Breaks mit Stilwechsel usw.). Der einzige Kritikpunkt bezieht sich auf den Gesang: Bernhard Schnellmanns Stimme ist mir eine Spur zu klar bzw. weich für die Musik, sie könnte ein bisschen knarziger sein, so ein wenig an Jesse Leech ("Killswitch Engage") orientiert sein. Aber das ist Schmuck am Nachthemd. Manchmal sind solche Kontraste auch das Salz in der Suppe. 
Fazit: "Murder Party" bietet sehr abwechslungsreiche Songs, "Gracchus" sollte man auf alle Fälle weiter beobachten.

Line Up

Gesang, Gitarre: Bernhard Schnellmann
Gesang, Schlagzeug: Allan Murphy
Bass: Marcel Bütikofer
Gesang, Gitarre: 
Jeff Elrose

Tracklist

01. Living For Too Long
02. Whispers
03. My Love
04. Lying Tongue
05. Sewn Together
06. The Plug
07. A Lost Traveler's Guide
08. Spilled Remains
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