Hadal - December

CD Reviews, Hadal - December

Vielleicht ist 2020 wirklich geeignet, um einen Moment innezuhalten und über sich selbst und das, was man will, nachzudenken. Die italienischen Doom-Metaller von HADAL, die seit dem Jahre 2009 ihr schwermütiges Unwesen treiben, haben sich jedenfalls ihre ersten beiden Demos angehört und davon vier Songs für den neuen Longplayer „December“ ausgewählt, die dann allerdings auch neu arrangiert wurden. Komplettiert wird die Scheibe durch fünf neue Songs, sozusagen ein kompilierter Blick in den Rückspiegel, bevor man richtig Gas geben kann.

Der Opener und zugleich der titelgebende Track 'December' knüpft gekonnt an den Gothic Metal der frühen 90er Jahre an, wobei die klaren Vocals dann doch für eine genuin eigene Atmosphäre sorgen, die durch schwarzmetallische Furiosität noch ein Eigenständigkeit gewinnt.

In 'My River' verbreitet sich wirkungsmächtige Schwermut in überaus hypnotischer Art und Weise, gleiches gilt für 'Red Again', auch wenn hier der sehnsuchtsvollen Infernalität durch Growls mehr Durchschlagskraft verliehen werden. Es folgen die vier Tracks, die sich auch schon auf den beiden Demos befunden haben. 'Dark Water' versucht im Spannungsfeld von infernaler Brutalität und melancholischer Emotionalität ein hohes Maß an Explosivität zu erzeugen, allerdings sind mir die emotiolisierten Passagen etwas zu seicht. Ähnlich ergeht es mir bei 'The Obscure I', ein Track mit unheimlich Potenzial, doch die phasenweise sehr moderne gothic-metallische Attitüde muss man halt mögen. Den gleichen Beigeschmack hinterlassen bei mir 'Nothing Here' sowie 'Cold Lake'.

'Without A Word' besticht dann wieder durch seine intensive Düsternis, die zudem mit doomiger Rauheit und Unwirtlichkeit gepaart wird. Hammer! Und auch 'Stormcrow' ist aufgrund seiner brachialen, martialischen Dynamik eine Perle des Albums.

Kurz: Die Doom-Metaller von HADAL stellen mit ihrem Longplayer 'December' unter Beweis, dass sie durchaus das Potenzial haben, der schwermütigen Melancholie, der sehnsuchtsvollen Niedergeschlagenheit und der inneren Zerrissenheit ein martialisches und brachiales Gewandt zu verpassen. Für meinen Geschmack atmen die klar-vokalischen Passagen aber einen Hauch zu viel vom modernen Gothic-Rock. Wer das oder auch MY DYING BRIDE, PARADISE LOST oder MOONSPELL mag, der sollte unbedingt einmal reinhören.

Line Up

Alberto [Vocals]
Max [Guitar]
Franco [Guitar]
Daniele [Drums]
Teo [Bass]

Tracklist

01. December
02. My River
03. Red Ag03. ain
04. Dark Water
05. The Obscure I
06. Without A Word
07. Nothing Here
08. Cold Lake
09. Stormcrow

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