Heaven Shall Burn - Wanderer

CD Reviews, Heaven Shall Burn - Wanderer

Was HEAVEN SHALL BURN betrifft, bin ich ziemlich unbeschriebenes Blatt. Abgesehen von der Erinnerung an einen Konzertmitschnitt, der vor einigen Jahren auf einem der öffentlich-rechtlichen Spartensendern lief, verband mich mit der Band bisher nur mein mit Freude getragenes schwarzes FC-Carl-Zeiss-Jena-Trikot, bei denen die Thüringer unter dem Motto „Support Your Local Team“ als Sponsor eingesprungen waren.

Und nun kommt also ihr achtes Album „Wanderer“ aus den Boxen und nach dem ersten Durchlauf kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, im Hinblick auf den Back-Katalog etwas verpasst zu haben. Denn der Sound besticht durch durchdringende, dynamische Brutalität gepaart mit genau dem richtigen Maß an melodischer Eingängigkeit. Man höre nur den Track 'They Shall Not Pass', der energetische thrashige Riffs mit punkiger Melodik paart, angegrowlte Infernalität mit phasenweiser Groovigkeit. Hammer! Etwas todesmetallischer kommt dann 'Downshifter' daher, ein Song, der trotz Dampfwalzen- und sozialkritischer „Jetzt-Reichts-Attitüde“ immer wieder Platz für nachdenkliche düstere Melodik lässt.

Bei 'Prey To God' bestechen zum einen die virtuosen Riffs, zum anderen die gesangliche Duetthaftigkeit, so als ob Gott dem Betenden direkt antworten würde. Ein wahres Fanal ist darüber hinaus das Lied 'Save Me', bei dem die obligatorischen Aggressivität inklusive souliger, kreischender Gitarrensoli wie in einer Ringkomposition durch death-doomige melancholische Düsternis eingerahmt wird. Von einer ganz anderen Machart ist dann das um einiges frohgemutere, versöhnlichere und optimistischere 'Corium', das demensprechend auch eingängiger ist.

Ähnliches gilt für 'A River Of Crimson', bei dem angeloopte Leichtigkeit auf fordernde Dynamik und klassischen Metal trifft. Besonderes Augenmerk verdienen natürlich der Rausschmeißer und der Opener. Ersterer ist ein gekonntes Paradebeispiel für ein letztes Lied. Denn mehr an doomiger Intensität, passionierter Leidenschaft und atmosphärischr Wehmut geht eigentlich nicht. 'The Loss Of Fury' versteht es, eine ungemeine Spannung aufzubauen und durch die funeralen Keyboardatmosphäre eine sehr morbid-festliche Stimmung zu erzeugen. Weltklasse!

Fazit: Die Thüringer von HEAVEN SHALL BURN legen mit „Wanderer“ einen äußerst überzeugenden achten Longplayer vor, der durch seine erfischende Brutalität, durch seine ungebremste Dynamik und durch seine gekonnt eingesetzte melodische Eingängigkeit unentrinnbar zu bestechen vermag. Modernität gepaart mit Zeitlosigkeit. Mit Sicherheit eines der besten Alben des Jahres!

Line Up

Maik Weichert - Guitar
Alexander Dietz - Guitar
Marcus Bischoff - Vocals
Eric Bischoff - Bass
Christian Bass - Drums

Tracklist

01. The Loss Of Fury
02. Bring The War Home
03. Passage Of The Crane
04. They Shall Not Pass
05. Downshifter
06. Prey To God
07. My Heart Is My Compass
08. Save Me
09. Corium
10. Extermination Order
11. A River Of Crimson
12. The Cry Of Mankind

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