Ice War - Defender Destroyer

CD Reviews, Ice War - Defender Destroyer

Was ist eigentlich ein Ice War? Wenn einem einer in der Gelateria Venezia die letzte Kugel Rosenkohl-Lakritz-Karamell vor der Nase wegschnappt und veritable Riots ausbrechen?

Natürlich nicht! ICE WAR nennt sich das Solo-Projekt, von Jo Capitalicide, der sich vorher bei Iron Dogs verdingte und seit dem 2017er Debüt dem eisigen Krieg frönt.

Dass der Gute über soviel Erfahrung verfügt, verwundert angesichts der jugendlichen, ungestümen Musik auf "Defender Destroyer" doch ein wenig. Die Platte klingt, als hätte ein Haufen Teenager gerade in den 80ern die Schule geschmissen, schnell die ersten Gitarrenakkorde gelernt und einfach mal nach dem Genuss von "Kill 'Em All" oder "Welcome To Hell" selbst auf die schnelle eine Platte eingetrümmert. Was nach naivem Dilettatnismus klingt, ist in diesem Fall aber absolut positiv gemeint. Die Mischung aus Heavy/Speed Metal mit Punkeinschlag klingt total unperfekt und genau das macht den Reiz von "Defender Destroyer" aus. So liegt Herr Capitalicide mit seinem Gesang manchmal knapp daneben und überholt sich geschwindigkeitsmäßig gern mal selber, doch das hat einen rauen Charme, der seinesgleichen sucht. Beim Titeltrack merkt man deutlich, warum das Genre Speed Metal und nicht etwa Slow Blues heißt. Was aber auch auffällt: Der Mann schafft es einfach, dabei gute Songs zu schreiben. Dank "Ohoho-Chören", eingängigen Melodien und melodischen Soli gehen die sehr schnell ins Ohr. Dass die Produktion ebenfalls rau und authentisch ist, muss nicht weiter erwähnt werden. Jedenfall wirkt die neue im Anschluss angehörte High Spirits gegen "Defender Destroyer" wie ein abgeschmirgeltes Hochglanzprodukt.

Bei wem das Heavy Metal Veständnis bei Sabaton und Hammerfall aufhört, der macht um diese Scheibe besser einen großen Bogen. Wer aber gerne mal in Spandex, ausgelatschten Turnschuhen, Patronengurt und Vokuhila rumläuft und es schafft, mehr als drei Dosen Bier in fünft Minuten zu stechen, der könnte hier einen neuen Gute-Laune-Soundtrack finden.

Line Up

Jo Capitalicide – Voc, Git, Ba, Dr

Tracklist

1. Power From Within
2. Defender, Destroyer
3. Soldiers of Frost
4. Rising From the Tomb
5. Mountains of Skulls
6. Crucified in Fire
7. Demonoid
8. Skull and Crossbones
9. Running Out of Time
10. Breakaway

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