Imminence - Put The Light On

CD Reviews, Imminence - Put The Light On

Die Schweden von IMMINENCE stehen mit ihrem dritten Longplayer „Put The Light On“ in den Startlöchern, um uns musikalisch mit den Schattenseiten unseres Daseins zu konfrontieren wie Selbstzweifel, Selbstzerstörung oder Depressionen. Dabei zelebrieren sie einen sehr emotionalen Metalcore, der bisweilen an das meisterhafte Album „Sempiternal“ von von BRING ME THE HORIZON erinnert, der zugleich in Puncto Emotionalität aber um einiges intensiver daherkommt. 

Denn die klaren Vocals von Frontmann Eddie Berg sorgen einerseits für eine tiefgründige, melancholische Zerbrechlichkeit, die in Violinenbegleitung noch gesteigert werden kann. Andererseits verbreiten die zornigen, aggressiven Screams eine ungeahnte Atmosphäre des Angepisstseins und des aktivierenden Widerstandes. Natürlich führen diese Gegensätze zu der energiegeladenen Explosivität, die das Genre so anziehend macht.

Was bei IMMINENCE im Vergleich zu anderen Bands noch hinzu kommt, ist das Händchen für die sehnsuchtsvolle, wehmütige Melodie, die auch überhaupt nicht stört, wenn auf die Durchschlagskraft in Form von Riffs einmal verzichtet wird und wir es eher mit einem alternativen, atmosphärischen Song zu tun haben wie bei 'Death Of You'. Diese Emotionen sind echt, authentisch und true! Daneben macht auch die Vielfältigkeit der Gefühle, die in den dreizehn Songs zum Ausdruck gebracht werden,  das Album so überzeugend.

Denn es gibt sie eben auch, die hoffnungsvollen, frohgemuten, kraftvollen Momente ('Scars'), die fast schon hymnenartigen Charakter annehmen, ebenso wie die Power-Schmachtfetzen mit Mitgröl-Attitüde und einen Hang zu bombastischen Pathos ('Wake Me Up') oder wie bahnbrechende Martialität ('Paralyzed').
Absolutes Hightlight ist allerdings der Track 'Lighthouse', der durch seine hymnenhafte, sehnsuchtsvolle Eingängigkeit im Verein mit aggressiver Brutalität und mitreißender Dynamik fast schon Endorphine freizusetzen vermag. Weltklasse. In die gleiche Sphäre stößt auch die RADIOHEAD-hafte Klavierballade 'Love & Grace' vor.

Fazit: Die Schweden von IMMINENCE setzten weniger die Höhen als vielmehr die Tiefen des menschlichen Lebens gekonnt in Szene, indem sie auf ihrem dritten Album „Put The Light On“ einen überaus sehnsuchtsvollen, wehmütigen, tiefgründigen und vielfältigen Metalcore zelebrieren. Ehemalige Anhänger einer ehemaligen britischen Metalcore-Band, die jetzt Mainstream-Pop macht, dürften entzückt sein.

Line Up

Eddie Berg, Harald Barrett, Peter Hanström, Christian Höijer

Tracklist

01. Erase
02. Paralyzed
03. Room To Breathe
04. Saturated Soul
05. Infectious
06. The Sickness
07. Death Of You
08. Scars
09. Disconnected
10. Wake Me Up
11. Don’t Tell A Soul
12. Lighthouse
13. Love & Grace