Iron Fate – Crimson Messiah

CD Reviews, Iron Fate – Crimson Messiah

Mit Edelmetall kennt man sich im Harz nun wirklich aus. Zwar wird im Rammelsberg schon lange kein Erz mehr abgebaut, aber das Bergwerk gehört doch zu den ältesten Gruben der Welt. Und viele Fans hatten IRON FATE wohl auch schon abgeschrieben, doch die Jungs aus Goslar zeigen mit ihrem Zweitwerk „Crimson Messiah“, dass sie noch immer wissen wie man den Stahl zu schmieden hat.
Seit „Cast in Iron“ sind elf Jahre vergangen und vom damaligen Line-Up sind lediglich Gründungsmitglied Harms und Frontsirene Denis übriggeblieben. Seinerzeit wurde die Truppe als Mischung aus NEVERMORE, ICED EARTH und JUDAS PRIEST bzw. IRON MAIDEN angepriesen. Viel hat sich daran nicht geändert, auch wenn das Label heute schreibt, dass IRON FATE „ihren bevorzugten US-Metal-Stil mit Hard Rock Elementen, reinem Heavy Metal und thrashigen Melodien“ kombiniert. Stimmt, auch wenn ich Thrash jetzt nicht als dominantes Element des Sounds auf „Crimson Messiah“ beschreiben würde. Stattdessen zeigen Wendler & Co den Metalheads eindrucksvoll wie traditioneller Metal auch 2021 noch klingen kann: melodiös, kraftvoll und mitreißend. Kurz: ganz anders als die letzten IRON MAIDEN Scheiben. Name-dropping hätte die Band zwar gar nicht nötig, aber man darf trotzdem erwähnen, dass Harry "The Tyrant" Conklin die Vocals zu „Crossing Shores“ beigesteuert hat. Klingt cool, aber besser als Sänger Denis Brosowski bekommt er es letztlich auch nicht hin. Spätestens ab der Mitte des Albums werden auch immer mehr progressive Elemente in den Sound eingewoben, so dass man sich nicht nur in „Mirage“ durchaus auch an QUEENSRYCHE zu deren Höchstzeiten erinnert. Der Höhepunkt auf „Crimson Messiah“ ist aber definitiv mit dem epischen, fast zehnminütigen „Strangers (In My Mind)“ erreicht. Hier dürften die Herzen aller SANCTUARY, QUEENSRYCHE und NEVERMORE Fans große Luftsprünge machen. Hier wird auf Weltniveau gespielt. Im Anschluss geht es mit „Hellish Queen“ dann wieder etwas zackiger zur Sache, was der Dynamik der Scheibe guttut. „Guardian of Steel“ ist ein Fistraiser im NWoBHM-Stil, während “Saviors of the Holy Lie” nochmal an das Frühwerk von NEVERMORE erinnert. Wer die LP erwirbt, ist nach diesem Song am Ende, denn „Lost Forever“ gibt es nur auf CD oder digital zu hören. Hier zeigt sich die Band nochmal von der rockigeren Seite und Brosowski klingt deutlich kratziger als in vielen anderen Songs der Scheibe. Härtere PRIEST lassen hier einen Gruß da.
Gut Ding will Weile habe und IRON FATE haben sich nun wirklich Zeit gelassen. Doch das Warten hat sich gelohnt, denn mit „Crimson Messiah“ legen die Niedersachen zum Jahresende noch mal schnell eins der stärksten Prog-Power Metal Alben des Jahres vor. Starke Leistung!



Line Up

Denis Brosowski - Vocals
Harms Wendler - Guitars
Oliver von Daak - Guitars
Jan Sasse - Bass
Kai Ludwig – Drums

Henrik Osterloh (Deny The Urge): Solo bei "Strangers (In My Mind)"
Jost Schlüter: Solo bei "Crimson Messiah" und "Crossing Shores"
Harry "The Tyrant" Conklin (Jag Panzer, Satan's Host): Gastvocals bei "Crossing Shores"

Tracklist

01. Crimson Messiah
02. Malleus Maleficarum
03. We Rule The Night
04. Crossing Shores
05. Mirage
06. Strangers (In My Mind)
07. Hellish Queen
08. Guardians Of Steel
09. Saviors Of The Holy Lie
10. Lost Forever (CD-Bonus Track)
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