J.B.O - Planet Pink

CD Reviews, J.B.O - Planet Pink

  • J.B.O - Planet Pink
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  • Erstellt am: Dienstag, 17 Mai 2022
  • Label: AFM Records
  • V.Ö.: 13 Mai 2022
  • Bewertung: J.B.O - Planet Pink
  • Redakteur: Sven Niemeyer
  • Spielzeit: 43:27

Lange mussten wir auf das nächste J.B.O Album warten. Aufgrund verschiedener Ereignisse hat sich der Release von Planet Pink auf Mitte Mai verschoben. J.B.O finden, dass die Welt gerade ziemlich komisch ist, aber nicht auf die gute Art (was unbestritten richtig ist) und möchten das mit Planet Pink ändern.

Wir steigen ein mit „Planet Pink“ (Coverversion von Eiffel 65 – Blue). Und das ist schonmal ein Einstieg, der einem gleich das Niveau dieser Scheibe nahebringt. „Planet Pink“ ist inhaltlich eher belanglos, bis die erste zotige Anspielung reingrätscht und ich zum nächsten Lied skippe. Das J.B.O Frauen lieben, weil bei ihnen ja auch was pink ist, ist mir doch ein bisschen platt. Musikalisch ist der Track solide, inhaltlich erstmal ein Downer, aber wir gehen weiter.

„Rockmusik hat mich versaut“ erklärt sich ja quasi von selbst. In 3:51 erklärt uns J.B.O im schönsten fränkisch die Zusammenhänge zwischen Rockmusik und Müßiggang. Und der Track ist tatsächlich ganz nett, ist vielleicht einen Refrain zu lang.

Tatsächlich schwer in Ordnung ist „Metal was my first love“, eine Coverversion von John Miles’ Music. Am Text wurde hier nicht viel verändert (Gott sei Dank) und die Nummer kann sich wirklich hören lassen. Der Track ist im Original ja schon überwiegend instrumental, was hier übernommen wird, und das möchte ich loben, ist sehr gut.

„Immer noch am Leben“ ist ein biographisches Stück über die Bandgeschichte. Wie bei „Rockmusik hat mich versaut“ okay, aber auch ein bisschen belanglos.

Wenn „Metal was my first love“ etwas an Erwartung aufgebaut hat, reißt es „Einhorn“ mit dem Arsch sofort wieder um. Das Phallushorn springt hier zu doch sehr einfältiger Musik durch den Zauberwald und pupst bunte Regenbogen. Danke, aber nein danke.

Danach folgt als Aufbau zum nächsten Song ein Skit. „Expeditionen ins Geistreich“ ist alles, aber nicht geistreich, sondern ziemlich platt.

Bei „Klassiker“ wird über Musik, Filmzitaten bis hin zu schlechten Witzen alles verwurstet, was sich nicht mehr wehren kann. Musikalisch hat die Nummer die Tendenz, richtig zu nerven, humortechnisch schrauben wir uns auch langsam sehr tief nach unten und vom Versmaß wollen wir jetzt auch lieber nicht mehr reden.

Richtig ärgerlich wird es dann bei „Nicht doof“. Der Song fängt total schön an, und wenn J.B.O hier beim Refrain einfach mal aufgehört hätte, J.B.O zu sein, hätte das ein Lichtblick sein können. Da sie aber nicht aus ihrer Haut können, reinem sie Kacke auf Schabracke und besingen fröhlich die männliche Oberflächlichkeit, bei der es natürlich auch 2022 nur und ausschließlich um die Äußerlichkeit geht.

„Mi-Ma-Metal“ ist ein Kinderlied mit Chipmunk Einlage, braucht keiner und ist wie die folgenden Songs „Glaub mir lieber nicht“ und „Wir kommen alle in die Hölle“ bestenfalls Füllmaterial.

Zum Ausklang kriegen wir dann mit „Volks-Prog“ eine Volksmusik- Persiflage, die inhaltlich auch gut in „Fips Asmussen- Das Musical“ passen könnte. Eigentlich ist das ganze eine Aneinandereihung von hohlen Phrasen zu schlimmer, zusammenhangloser Musik. Bis zu der Songzeile „würde sogar Mickie Krause hören, naja das vielleicht grad nicht“ komme ich noch und ich fühle mich an dieser Stelle doch gemüßigt, zu sagen, doch, jetzt gerade würde ich lieber Krause hören.

Dadurch, das J.B.O ihren Release so weit nach hinten schieben mussten, weil durch die aktuelle Lage die Produktion ins stocken geriet, habe ich das Rezensionsexemplar schon einige Zeit vorliegen und hatte viel Zeit, zuviel Zeit, mich mit der neuen Scheibe zu befassen. Und ich hab es wirklich versucht. Und ich find die Band auch durchaus sympathisch. Als die Jungs vor 33 Jahren gestartet sind, war ich 11 Jahre alt und kam während meiner Sozialisation mit Gitarrenmusik auch zwangsläufig mit J.B.O in Berührung. Und sie haben auch durchaus ein paar Songs, die ich mit ein paar Bier lautstark mitgröhle. Aber das bietet mir „Planet Pink“ überhaupt nicht. Der Humor ist stumpf, die Zoten unnötig und die Musik ist belanglos bis anstrengend. Das Album wird im Verlauf auch immer schlechter. Wäre es eine 4 Track - EP gewesen, hätte es keinen aus den Schuhen gehauen, aber es hätte gut funktioniert. Aber das ist leider absolut gar nichts. Punkte gibts einzig und allein für „Metal was my first love“

 

Line Up

Gesang, E-Gitarre
Hannes „G. Laber“ Holzmann
Gesang, E-Gitarre
Veit „Vito C.“ Kutzer
Bass
Ralph Bach
Schlagzeug
Wolfram Kellner

Tracklist

  1. Planet Pink
  2. Rockmusik hat mich versaut
  3. Metal was my first love
  4. Immer noch am Leben
  5. Einhorn
  6. Expeditionen ins Geistreich
  7. Klassiker!
  8. Nicht doof
  9. Mi-ma-metal
  10. Glaub mir lieber nicht
  11. Wir kommen alle in die Hölle
  12. Volks-Prog
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