Kalamata - Disruption

CD Reviews, Kalamata - Disruption

Die kleine Großstadt Hildesheim möchte im Jahre 2025 Kulturhauptstadt Europas werden. Und da könnte man sich als Botschafter eigentlich niemand Besseres wünschen als die Band KALAMTA, die es in Ländern wie Tschechien, Griechenland, Italien, Östereich, Serbien, Polen, Niederlande zu einiger Bekanntheit gebracht hat. 

Denn das Besondere an dem Trio ist, dass es sich einem Genre jenseits des Mainstreams verschrieben hat, nämlich dem Stoner Rock in seiner progressiven und psychedelischen Spielart. Dementsprechend ist es nur allzu konsequent, dass die drei Musiker das mit dem Gesang gleich vollkommen sein lassen. Dafür bekommt man aber eine überaus durchdringende Intensität, eine hypnotisierende Tiefe und eine elektrisierende Nachdenklichkeit geboten, wie der Opener 'My' bestens unter Beweis stellt.

Dabei wird gleich klar, dass das Fehlen der Vocals ein Gewinn ist. 'Erection' ist ein Track, der ruhiger, nachdenklicher und atmosphäroscher daherkommt, sich bisweilen langsam immer wieder bis zur krachigien Furiosität aufbaut und genau dadurch eine ungeheure Wirkung zu entfalten vermag. Hammer! In 'Shows' kommt dann noch ein wehmütiges, melancholisches Moment hinzu, 'Me' besticht durch seinen monolithischen Charakter und sein furioses Finale. Um einiges heftiger und verspielter ist 'The', während 'Direction' noch einmal alle Essentials der Band kongenial zu Tage fördert und zudem ein herrlich wehmütiges 70er-Jahre-Feeling aufkommen lässt.

Fazit: Auch jenseits des Weltkulturerbes, der meisten Ampeln auf einer Ausfallstraße, der täglich aus der Stadt fliehenden Studierenden und der sich hier sehr wohlfühlenden Masern ist Hildesheim immer wieder für eine Überraschung gut. Denn KALAMATA zelebrieren mehr als gekonnt einen äußerst intensiven, tiefgründigen und hypnotisierenden Stoner Rock mit progressiven und psychedelischen Einschlägen, der musikalisch in den 70er Jahren wildert, aber überaus frisch, durchschlagend und mitreißend daherkommt. Somit ist “Disruption” ein wirkliches Juwel, das es immer noch verdient hat, entdeckt zu werden!

Line Up

Peter Jaun (git.)
Maik Blümke (bass)
Olly Opitz (dr.)

Tracklist

01. My
02. Erection
03. Shows
04. Me
05. The
06. Direction