Kampfar - Ofidians Manifest

CD Reviews, Kampfar - Ofidians Manifest

Obwohl es mit "Ravenheart" einen Klassiker enthält, riss mich "Kvass" im Jahr 2006 alles andere als vom Hocker. Im Gegenteil, ich bescheinigte KAMPFAR seinerzeit Belanglosigkeit und daran lag es auch, dass ich der Band hernach nicht mehr wirklich viel Beachtung schenkte. Das sollte sich erst 2015 mit dem Album "Profan" ändern, mit dem die Norweger nach einem langen und weiten musikalischen Weg ihr Opus Magnum vorlegten, sich selbst ein musikalisches Denkmal setzten und ganz nebenbei einen Klassiker veröffentlichten.
Und KAMPFAR setzen auf ihrem neuen Werk "Ofidians Manifest" genau dort an, wo sie auf "Profan" aufgehört haben, machen aber dabei erfreulicherweise nicht den Fehler, den Vorgänger zu kopieren. Es herrschen Atmosphäre, Grim, Raserei, bedrohlicher Groove und schleifendes Midtempo. KAMPFAR haben viele Jahre gebraucht, um ihre ureigene und unverkennbare Ausdrucksweise im Black Metal zu finden. Auf "Ofidians Manifest" setzt man neben den prägenden Wechselgesängen verstärkt auf dezenten aber extrem wirkungsvollen Bombast mit Chören und Bläsern bis hin zu Klavierklängen. Dabei klingt das Album wie schon der Vorgänger unheilvoll und extrem organisch.
Es mag am Überraschungsmoment und meiner daraus resultierenden persönlichen Erwartungshaltung gegenüber KAMPFAR liegen, den sich das Quartett mit "Profan" erarbeitet hat, dass das aktuelle Werk die Intensität des Vorgängers nicht ganz erreicht, da dieser etwas flüssiger und homogener klingt. Aber zum einen veröffentlicht man nicht jeden Tag einen Klassiker und zum anderen kratzt "Ofidians Manifest" ganz locker an diesem Niveau und KAMPFAR untermauern damit beeindruckend ihre Position.
"Ofidians Manifest" entzündet stattdessen einmal mehr ein Leuchtfeuer des norwegischen Black Metals zwischen Tradition und Moderne und dabei lassen KAMPFAR eine Flamme lodern, die ich bei den Landmännern von Vreid beispielsweise seit Jahren vermisse.



Kampfar - Ophidian:

Line Up

Ole - Guitar and keys
Jon – Bass
Dolk - Vocals
Ask Ty - Drums and vocals 
 

Tracklist

1. Syndefall 
2.Ophidian 
3. Dominans 
4. Natt 
5. Eremitt 
6. Skamløs! 
7. Det Sorte