KorovaKill - WaterHells

CD Reviews, KorovaKill - WaterHells

  • KorovaKill - WaterHells
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  • Erstellt am: Samstag, 22 September 2001
  • Label: Red Stream
  • V.Ö.: 21 September 2001
  • Bewertung: KorovaKill - WaterHells
  • Redakteur: Burkhard Becker

Künstler mit der Begabung ihre visuellen Vorstellungen derart in Töne umzusetzen, dass das von ihnen erschaffene Klanggewand – gewoben aus Instrumenten, Arrangements, Melodien und Rhythmen – mich beim Hören völlig einhüllt und mich Teil der von dieser Musik erscha

ffenen Welt werden lässt, genießen seit jeher meine Bewunderung. Nach zwei gutklassigen, jedoch unter einer mäßigen Produktion leidenden Alben unter dem Namen Korova machen KorovaKill nun mit „WaterHells“ einen in kompositorischer Hinsicht enormen Satz nach vorne. Man kann das aktuelle Album zwar guten Gewissens als Stilbruch bezeichnen, zumal charakterisierende Trademarks der Vorgänger wie z.B. das betont technische, oftmals nervös wirkende Songwriting – bewusst – auf der Strecke gelassen wurden, jedoch möchte ich dies – und darauf lege ich großen Wert – keineswegs als Nachteil auslegen. Im Gegenteil: ähnlich dem Phönix aus der Asche haben sich die österreicher von sämtlichem Ballast vergangener Tage befreit und veröffentlichen nun ein Album, das auf kompositorischer Ebene über jegliche Zweifel erhaben ist. Dies liegt vielleicht gerade daran, dass man sich auf die Songs mit ihrer zugrunde liegenden Stimmung konzentriert hat, anstatt sie einfach zum Träger der musikalischen Fähigkeiten der einzelnen Musiker abzuwerten. An anderer Stelle wurden sogar Vergleiche zu Arcturus aufgestellt, denen ich zumindest in Hinblick auf die bildliche Ausdruckskraft ohne Zögern zustimmen kann. Mit der gleichen Stärke nämlich, mit der beispielsweise „Aspera Hiems Symfonia“ Bilder eines sternenklaren Nachthimmels vor meinem inneren Auge erscheinen lässt, setzt mich „WaterHells“ auf der Oberfläche eines tosenden Ozeans aus und zieht mich im seinem Verlauf in dessen Tiefen hinab bis... nein, über die Handlung bzw. das fantastische Konzept dieses Werkes möchte ich mich an dieser Stelle nicht weiter äußern. Für derartig ausdrucksstarke und vielschichtige Musik muss man einer Band einfach dankbar sein. Lediglich die leichten Defizite im gesanglichen Bereich möchte ich hier negativ anmerken, jedoch beeinträchtigen diese den Hörgenuss letztendlich auch nur unwesentlich. „WaterHells“ ist definitiv eines meiner persönlichen Highlights dieses Jahres.