Lacrimas Profundere - Bleeding The Stars

CD Reviews, Lacrimas Profundere - Bleeding The Stars

Die deutsche Dark Metal Formation Lacrimas Profundere hatte ich ehrlich gesagt schon länger nicht mehr auf dem Zettel, waren es doch vornehmlich Frühwerke der Jungs wie "La Naissance D’Un Rêve", "Memorandum" und insbesondere ihr Meisterwerk "Burning: A Wish", die mich begeistern konnten. "Fall, I Will Follow" und "Ave End" waren zweifelsohne auch noch ganz passable Alben, konnten jedoch bedingt durch Songwriting und größeren Stilbruch nicht mehr gegen die großartigen Vorgängeralben anstinken.
Danach habe ich sie dann aus den Augen verloren. Anno 2019 geben sie mit "Bleeding The Stars" ein neues Lebenszeichen - und was für eins. Auf der Scheibe reiht sich nahezu Hit an Hit und musikalisch bewegt man sich irgendwo zwischen The 69 Eyes, HIM, Entwine und Beyond The Dawn. Von hart, rockig bis doomig, schleppend und düster ist alles dabei, was das dunkle Metal-Herz begehrt. Der kürzlich erneut vorgenommene Sängerwechsel ist mir dabei zunächst gar nicht aufgefallen, denn Julian Larre klingt von seiner Stimmfarbe sehr ähnlich wie Gründungsmitglied und Ur-Sänger Christopher Schmid. Dabei meistert er den Spagat zwischen klarem und hartem Growlgesang (ja, der ist noch in einigen Songs vorhanden) bravourös.

Der absolute Oberknaller ist für mich "The Kingdom Solicitude". Kompositorisch, von den Emotionen her und dem Wechsel zwischen Härte und Melancholie ist dieser Titel für mich ein klarer Anwärter auf den Song des Jahres. Und dieser hätte sich auch problemlos auf einem "Burning: A Wish" einreihen können. Ich könnt den stundenlang auf Repeat hören.

Doch das würde dem Album nicht gerecht. Dicht gefolgt kommt mit dem nahezu klagend-flehenden "A Sip Of Multidore" ein Düsterstück par excellence dazu. Mein klarer Favorit Nr. 2.

Den Rest der Scheibe bilden nahezu ebenso starke Titel, die sich auf hohem Niveau zwischen Doom, Rock, Gothic und Metal bewegen und eine gelungene Melange aus Härte und Sanftheit und Verletzlichkeit bilden.

Lediglich mit den immer noch grundsoliden Songs "Like Screams In Empty Halls" und "The Reaper" gibt es zwei Titel, die bei der hohen Hitdichte etwas abfallen.

Insgesamt handelt es sich bei "Bleeding The Stars" aber um ein sehr homogenes, ausgewogenes Album mit geilen Melodien, dass aufgrund des hervorragenden Songmaterials für mich wie ein megastarkes Comeback nach langer Zeit rüberkommt und dass stilistisch auch ein bisschen Back-To-The-Roots geht.

Ich sollte vielleicht doch mal in die letzten Alben reinhören. Bei diesem Werk ist es definitiv für alle Pflicht.

Line Up

Oliver Nikolas Schmid - Guitars
Julian Larre                - Vocals
Dominik Scholz          - Drums

Tracklist

1. I Knew and Will Forever Know
2. Celestite Woman
3. The Kingdom Solicitude
4. Mother of Doom
5. Father Of Fate
6. Like Screams In Empty Halls
7. The Reaper
8. After All Those Infinities
9. A Sip of Multiverse
10. A Sleeping Throne