Madhouse – Braindead

CD Reviews, Madhouse – Braindead

Während die Generation unserer Großväter in Hamburg noch zu den Klängen von Hans Albers und Freddy Quinn schunkelten, schossen in den 80ern Bands wie RUNNING WILD, ZED YAGO und HELLOWEEN aus dem Boden. In diesem Jahrzehnt liegt auch die Geburtsstunde der Hanseaten von MADHOUSE.
So richtig Fahrt wurde jedoch erst aufgenommen als Frontmann Didi (SEVEN SEAS, ex-CRYSTAL SHARKS) zur Band stieß. Und nachdem 2018er Debüt (!) „Metal or Die“ liegt mit „Braindead“ nun der Nachfolger vor. Zwar ist der Albumtitel etwas weniger plakativ, aber die Marschrichtung wurde beibehalten. Auf „Braindead“ wurde alles in den Topf geworfen was nach rauem Mittel klingt. Allerdings hat der Fünfer nicht vergessen die kratzigen Gitarren und treibenden Drums mit der nötigen Portion Melodie bei den Vocals zu versehen. So finden sich auf „Braindead“ gleich eine ganze Reihe eingängiger Heavy Metal Tracks, die zu keiner Sekunde in die Schlagermetalrichtung abdriften. „Evil Fantasies“ etwa hat nicht nur eine treibende Double Bass, sondern auch einen eingängigen Chorus und ein ganz cooles Bass Intermezzo. Insgesamt kann man positiv anmerken, dass bei der Produktion darauf wert gelegt wurde, dass man am Ende auch tatsächlich den Bass raushören kann.
Das größte Hitpotential hat wohl der getragene Titeltrack „Braindead“, der schnell ins Ohr geht. Aber auch schnellere Songs wie „Who Made You God“ oder „Poisoned Blood“ sind richtig gute Power Metal Stücke „Made in Germany“. Mit „Knights of Avalon“ gibt es dann auch noch einen echten Kuttenträger-Leckerbissen mit dem gewissen Schuss Epic und einigen eingängigen Melodien. Fast ist man versucht zu vermuten, dass MADHOUSE auf diesem Album die Sounds liefern, die Kritiker auf der neuen GRAVE DIGGER Scheibe vermissen, zumal der Gitarrensound auch durchaus an den der Marke Lulis/Ritt erinnert.
Bildlich gesprochen könnte das MADHOUSE die gemütliche Kneipe sein in der sich sowohl die Bewohner von Trveheim als auch aus Schlagerhausen friedlich treffen könnten. Musikalisch wird die ganze Bandbreite von alten RAGE bis SACRED STEEL abgegrast und Freunde von UNREST dürften ebenso Gefallen an „Braindead“ finden wie die Fans von STORMWARRIOR. Dabei verfügen MADHOUSE jedoch vor allem durch Didis Stimme über einen guten Wiedererkennungswert.
MADHOUSE beweisen, dass es sich für Metalheads lohnt immer mal wieder auch rechts und links der ausgetretenen Pfade der Topplayer der Szene zu schauen. Nur dann stößt man auf großartige Alben wie das kraftvolle Teutonic Power Metal Zweitwerk der Hanseaten. Den Sticker „Metal Or Die!“ kann man hier jedenfalls auch unbesorgt draufkleben.

Tracklist

1. Break The Ice
2. Never Say Die
3. Who Made You God
4. Poisoned Blood
5. Braindead
6. Save Your Soul
7. Last Man Standing
8. Knights Of Avalon
9. Oscar
10. Evil Fantasies
11. Psycho God (Remix)

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.