Marenna – Voyager

CD Reviews, Marenna – Voyager

Ja, man glaubt es kaum, aber es gibt auch amtlichen Hard Rock außerhalb des Frontiers Music Universums. MARENNA stürmten 2015 die TOP 10 der SWEDEN ROCK Competition und veröffentlichten in der Folge ein Album, zwei EPs sowie eine Livescheibe. Mit „Voyager“ liegt nun das zweite Album der Brasilianer vor.
Gibt es Gerechtigkeit auf der Welt? Wohl nicht. Und da ist auch die Metal-Welt keine Ausnahme. Während H.E.A.T. und NESTOR allenthalben für Begeisterungsstürme im Mediendschungel sorgen, darf vermutet werden, dass MARENNA in der Flut der Veröffentlichungen untergehen werden. Schade, denn was Bandleader Rob MARENNA und seine Mannen auf „Voyager“ abliefern, hat ohne Übertreibung das Zeug zum besten Hard Rock Album des Jahres. Die oft bemühte Rede von „No Fillers – All Killers“ wurde hier eindrucksvoll auf CD gepresst.
MARENNA beweisen großes Geschick dabei, Melodien, rockige Kante und große Refrains perfekt zu arrangieren und in eingängige und abwechslungsreiche Songs umzusetzen. Über allem schwebt dabei Frontmann Rob MARENNA, der sich zu keiner Sekunde vor Shoutern wie Erik Grönwall (ex-H.E.A.T., SKID ROW), Kenny Leckremo (H.E.A.T.), Danny Rexon (CRAZY LIXX), Kelly Hansen (HURRICANE), Stephen Pearcy (RATT), PAUL SABU & Co zu verstecken braucht.
Aber auch musikalisch spielt man in der Champions-League mit. „Out of Line“ hätte problemlos seinen Platz auf dem aktuellen H.E.A.T. Album gefunden. „Gotta be Strong“ betört durch einen genialen akustischen Einstieg und leitet dann mittel THIN LIZZY-mäßiger Bridge zu einem grandiosen Hard Rocker der Marke XYZ, Y&T oder HELIX über. Mit „Ain’t Stranger To Love“ hat die Band eine zeitlose Power-Ballade mit Stadionqualität im Gepäck. „Hold Me“ beweist, dass MARENNA ihre Hausaufgaben gemacht haben: der Song verbindet die Frische einer Band wie OUTLOUD mit typischen Spätachziger Elementen. Mit Sirengeheul wird einer der absoluten Höhepunkte des Albums eingeleitet: „Perfect Crime“ ist ein kerniger Hardrocker wie er im Buche steht. Perfekte Instrumentierung, eingängige Strophe und ein überwältigender Chorus. Besser kann man diese Art von Musik nicht machen. Stellenweise fühle ich mich an die genialen NITRATE erinnert.
Wenn man den titelgebenden Track als Kampfansage an die hardrockende Konkurrenz verstehen will, dann müssen sich die Mitstreiter aber warm anziehen: „No one can stop me“ singt Rod MARENNA und meint es sicher auch so. Da klingt man in „We Are United“ schon deutlich versöhnlicher. Die obligatorische Ballade gibt es in diesem Fall lediglich als Bonustrack in Form eines HALL & OATES Covers.
MARENNA finden auf „Voyager“ ein perfektes Miteinander von kernigen Riffs, mal knackigen, mal gefühlvollen Soli, dezenten Keyboards und kraftvollen Drums. Sänger Rob brilliert in allen Bereichen von zart bis hart. Und schlussendlich verfügt die Band einfach über ein grandioses Händchen für zeitlose und hochklassige Songs, die momentane Platzhirsche wie H.E.A.T., CRAZY LIXX und NESTOR problemlos links liegen lassen. Wer bei „Voyager“ nicht zugreift, verpasst schlicht und ergreifend das stärkste Album seiner Art im Jahr 2022. Absoluter Pflichtkauf!

Line Up

Rod Marenna - Vocals
Luks Diesel – Keys & Backing Vocals
Edu Lersch – Guitars
BIFE – Bass
Arthur Schavinski – Drums & Backing Vocals

Tracklist

1. Breaking The Chains
2. Out Of Line
3. Gotta Be Strong
4. Wait
5. Ain't Stranger To Love
6. Hold Me
7. Perfect Crime
8. Voyager
9. Too Young To Die
10. We Are United
11. Wherever You Go
12. So Close (Hall & Oates cover - bonus track)

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