Masquerage - Hangman's Revelations

CD Reviews, Masquerage - Hangman's Revelations

Es ist schon gut 20 Jahre her, dass Alben wie RADAKKAs „Malice And Tranquility“ und LION SHAREs „II“ bei mir rauf und runter liefen. Beide Alben tauchen in keiner Best-Of Liste oder Klassiker-Ecke auf und dennoch krame ich einzelne Songs bis heute immer wieder raus. Genauso könnte es mir mit MASQUERAGEs „Hangman’S Revelations“ gehen.
Nach diversen Demos ist „Hangman’s Revelations“ bereits der fünfte Longplayer in elf Jahren. Dies ist umso beachtlicher wenn man weiß, dass Frontmann Kimmo nebenbei noch mit den Bands BACKHILL, SPIRITUS MORTIS und SPELLWITCH veröffentlicht hat. Während BACKHILL und SPELLWITCH ebenfalls gute Momente auf ihren Alben hatten, zeigt sich, dass das Hauptaugenmerk für Bandkopf Kimmo auf MASQUERAGE liegt. Die Finnen liefern eine knappe Stunde feinsten Melodic Metal für alle EDGUY, BLOODBOUND, SHADOWQUEST, SUPREME MAJESTY, REINXEED und Kiske-HELLOWEEN Fans ab. Insgesamt gibt es zwölf feinste Melodiekracher, die jedoch nicht zu weichgespühlt wurden, sondern neben den eingängigen Refrains (z.B. „Dreams of Fire“) auch durch donnernde Double-Bass bestechen. Zu allem Überfluss liefert Axtmann Kimmo auch noch grandiose Gitarrenlicks aus dem NWoBHM Kochbuch ab (z.B. im Titeltrack). Mit „Long Lost Memories“ gibt es einen epischen Stampfer, der irgendwie eine Mischung aus SAXON, RUNNING WILD und SAVATAGE ist – da darf in jedem Metalbier-Zelt mitgeschwovt werden. Dies ist nur ein Beispiel für die kleinen Kniffe im Songwriting der Band – so sorgen MASQUERAGE dafür, dass in den 12 Songs keine Langeweile aufkommt. 
Wann hört man heute schon noch ein Album ohne Aussetzer? MASQUERAGE setzten sogar noch einen drauf und hauen am Ende der Scheibe mit „The dark so deep“ und „Weekend Warrior“ (Kiske und Sammet lassen grüßen) nochmal richtig einen raus. Hier gibt es wirklich keine Lückenfüller, um Spielzeit zu generieren.
„Hangman’s Revelations“ schreit geradezu nach dem guten alten Vinyl, denn diese Mucke muss sich auf dem Plattenteller drehen – oder doch zumindest in kleiner Silberversion im CD-Player, denn für diese ganze schnelllebige Streaming-Kacke ist dieses Album eindeutig zu geil. Hoffen wir mal, dass MASQUERAGE mit Longplayer Nr. 5 ordentlich neue Fans hinzugewinnen können.
Mit ihrem fünften Streich „Hangman’s Revelations“ stellen die Finnen MASQUERAGE ihre musikalischen Vorbilder EDGUY und HELLOWEEN ohne Probleme in den Schatten, denn so ein makelloses Melodic Metal Album habe ich seit Keepers-Zeiten nicht mehr in den Händen gehalten. Absoluter Pflichtkauf. Ich sortiere die CD gleich mal bei mir unter „E“ ins Regal: „E“ wie Evergreen!




Line Up

Kimmo Perämäki - guitar & vocals
Ossi Raiski - bass
Mika Maunus - keyboards
Marko Ylä-Häkkinen - drums

Tracklist

1. Wrapped in gold
2. Hangman´s revelations
3. Dreams of fire
4. Among the rats
5. Long lost memories
6. No wolves here
7. Masterman
8. Don´t overstay your welcome
9. Sunken day
10. The dark so deep
11. Weekend warrior
12. Savages