Massacre - Resurgence

CD Reviews, Massacre - Resurgence

Sie gehören unbestreitbar zu den Wegbereitern des Death Metal, geistern sie doch schon seit 1986 mehr oder weniger fleischlich durch die Szene. Kein Wunder, bestand das Schaffen von MASSACRE doch überspitzt formuliert hauptsächlich aus einer Reihe von Demos und dem bahnbrechenden Album „From Beyond“ (1991), das dafür aber einen umso größeren Einfluss auf den nachkommenden Todesmetal hatte.

Die Zeit nach 1991 war geprägt durch immer wiederkehrende Bandpausen, Bandauflösungen und Bandumbesetzungen. Aber wenn man erst einmal zum Mythos geworden ist, ist man als Band untotbar. Und so trifft der Albumtitel des nunmehr vierten (sic!) Longplayers „Resurgence“ (Auferstehung, von lateinisch „resurgere“: auferstehen, sich erheben) ins Schwarze, sind an der erneuten Auferstehung doch die beiden Gründungsmitglieder Mike Borders und Kam Lee beteiligt. Verstärkt werden die beiden durch Rogga Johansson (PAGANIZER), Jonny Pettersson (GODS FORSAKEN, WOMBBATH, HENRY KANE), Scott Fairfax (MEMORIAM, AS THE WORLD DIES) sowie Brynjar Helgeton (CRYPTICUS, THE GROTESQUERY). Außerdem sind auf dem Longplayer Marc Grewe (INSIDIOUS DISEASE), Dave Ingram (BENEDICTION), Anders Odden (CADAVER) und Pete Slate (DRUID LORD) zu hören. Und wenn dann auch noch Dan Swanö das Produzieren übernimmt, weiß auch der letzte Freund des Metalcore, dass hier Musiker am Werke sind, die etwas von ihrem Metier verstehen.

Natürlich ist das kein Argument für gute Qualität, geisterten doch schon viele „Supergroups“ durch das Metalfeuilleton, die eher Wasser statt Wein abgeliefert haben. Doch bei MASSACRE verhält es sich anders. Denn „Resurgence“ strotzt nur so vor unbändiger Spielfreude ('Spawn Of Succubus'). Da bricht sich dann eine ungestüme Dynamik Bahn, die Riffs verrichten im Verein mit den Drums ein ungemeines Zerstörungswerk, die unerbittlichen Grooves lassen keinen Nacken ersteifen und die dem Todesmetal eigene düstere Infernalität schimmert immer wieder in typischer Art und Weise durch. Wenn dann noch Kam Lee zu den tiefen Growls ansetzt, friert selbst die Hölle zu. Weltklasse! Gutes Beispiel dafür sind die ersten beiden Songs 'Eldritch Prophecy' und 'Ruins Of R'Lyeh'.

Der Sound wird auch immer dann zu etwas ganz Besonderem, wenn das einzigartige Flair des US-Tampa-Bay-Area-Death-Metal mit seinem Hang zur dynamischen und groovigen Direktheit ('Into The Far – Off Void' ) und der Hang des schwedischen Todesmetal zu infernaler, funeraler Düsternis in trauter Zweisamkeit miteinander verschmelzen ('Whisperer In Darkness'). Hinzu kommt, dass das Album seine Durchschlagskraft und Intensität mit jedem weiteren Durchlauf erhöht. Ähnlichkeiten mit dem entsprechenden Genuss von Gerstensaft sind da nicht von der Hand zu weisen ('Book Of The Dead').

Fazit: Der Mythos lebt. Und so etwas von. MASSACRE stellen mit ihrem Longplayer „Resurgence“ eindrucksvoll unter Beweis, dass man den Death Metal den Profis überlassen sollte. Denn sie lassen in bewundernswerter Manier die US-typische dynamisch-direkte Groovigkeit mit der charakteristisch schwedischen düsteren Infernalität verschmelzen. Selten hat Todesmetal so eine Durchschlagskraft, so eine Usprünglichkeit und so eine Intensität besessen.

Line Up

Vocals: Kam Lee
Bass: Mike Borders
Guitars: Jonny Peterson
Guitars: Rogga Johansson
Sologuitars: Scott Fairfax
Drums: Brynjar Helgeton

Tracklist

1. Eldritch Prophecy 6:24
2. Ruins Of R'lyeh 5:25
3. The Innsmouth Strain 3:05
4. The Whisperer In Darkness 3:57
5. Book Of The Dead 4:09
6. Into The Far Off Void 4:11
7. Servants Of Discord 3:57
8. Fate Of The Elder Gods 3:15
9. Spawn Of The Succubus 3:19
10. Return Of The Corpse Grinder 2:32

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