Memoriam - To The End

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“To The End” ist bereits das vierte MEMORIAM–Album, der Band, die nach dem Ende von Bolt Thrower von Karl Willets, Andy Whale gemeinsam mit Frank Healy (Ex-Benediction) sowie den Gitarristen Scott Fairfax ins Leben gerufenwurde. Nach drei Alben für den Branchen-Primus Nuclear Blast ist es nun das erste Album für das junge Label Reaper Entertainment, wobei es vermutlich ein Geheimnis bleiben dürfte ob das Major-Label für die Band oder die Band für das Label zur größeren Last wurde, die letzten Endes zum Schritt des Wechsels geführt hat.
Das Debut “For The Fallen”, seinerzeit wie die Gründung der Band inspiriert durch den schmerzhaften Verlust von Bolt Thrower–Drummer Kiddie, erschloss sich mir tatsächlich erst vollends nach dem mitreißenden Live-Gig auf dem In Flammen Open Air 2017. Man musste und manch einer sollte sich noch heute bewusst machen, dass MEMORIAM mehr als nur die Summe der Einflüsse aus der zweifelsohne glorreichen Bandvergangenheit einiger Protagonisten ist. Mit dem zweiten Album “The Silent Vigil” tat man sich dann wiederum nach dem beachtlichen Einstand keinen Gefallen und ließ einen uninspirierten Schnellschuss bzw. einen ordentlichen Rohrkrepierer auf die Metal-Welt los, was nicht nur dem katastrophalen Sound der Scheibe geschuldet war. Mit “Requiem For Mandkind” konnten MEMORIAM wieder Boden gut machen, an die eindringliche Atmosphäre und Intensität des Erstlings konnte man jedoch nicht anknüpfen.

“To The End” markiert nun den Restart mit neuem Label und man kann es zweifelsohne als das abwechslungsreichste und ausgereifteste, vielleicht sogar als erwachsenes MEMORIAM-Werk bezeichnen. Es wuchert mit allen Trademarks und Stärken, die die Band bisher ausgezeichnet haben und ist gleichzeitig eine Blaupause für den klassischen britischen Death Metal. Neu-Drummer Spike T. Smith fügt sich geräuschlos in das kraftvolle Rythmusgefüge um Frank Healy ein. Der absolut unterbewertet Gitarrist Scott erfüllt nicht nur die Midtempo-Walzen mit Leben, er hat auch nach wie vor ein begnadetes Gespür, seinen sechs Saiten morbide Melodien und doomige Atmosphären zu entlocken. Das unnachahmliche und unverkennbare Organ von Karl Willets, der jedoch eine herausragende Performance abliefert, sollte eigentlich nicht der Rede wert sein.

Abstriche muss man leider einmal mehr beim Songwriting machen. Hier fehlt MEMORIAM nach wie vor der letzte Punch und Chrunch, der den Unterschied zwischen überdurchschnittlichem und sehr gutem Songmaterial ausmacht. Es ist an dieser Stelle bezeichnend, dass es ausgerechnet das gelungene Killing Joke–Experiment “Mass Psychosis” ist, das sich am Nachhaltigsten in die Hirnrinde fräst. Das braucht Freunde der Band sowie des britischen Todesstahls jedoch keinesfalls abschrecken.

Aufgrund seiner atmosphärischen Dichte ist “For The Fallen” für mich nach wie vor das stimmigere und stärkere MEMORIAM-Album, weshalb “To The End” für mich, auch wenn es im Vergleich mit dem aus meiner Sicht etwas überbewerteten Benediction-Comeback und dem beachtlichen “Necroceros” aus dem Hause Asphyx “nur” elf Punkte ergattern kann. Aber bei diesen elf Punkten handelt es sich eben trotzdem um hochveredelten Todesstahl, den man bedingungslos in jeden Moshpit gießen kann...


MEMORIAM – Failure To Comply _ Official Video:

Line Up

Karl Willetts  | Gesang
Frank Healy  | Bass
Spike T Smith  | Schlagzeug
Scott Fairfax  | Gitarre

Tracklist

1. Onwards Into Battle
2. This War Is Won
3. No Effect
4. Failure To Comply
5. Each Step Closer To The Grave
6. To The End
7. Vacant Stare
8. Mass Psychosis
9. As My Heart Grows Cold

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