Mental Devastation - The Delusional Mystery of the Self Pt. I

CD Reviews, Mental Devastation - The Delusional Mystery of the Self Pt. I

Möglicherweise sind die acht Jahre seit „Red Skies“ damit verbracht worden, um sich einen im Vergleich zum Debüt doch recht philosophisch anmutenden Albumtitel auszudenken. Aber keine Angst, man benötigt weder einen Doktor in Geisteswissenschaften, noch ermuntert das Zweitwerk der chilenischen Prog-Thrasher zum Seelenstrip.
Vielmehr gibt es mit „The Delusional Maystery…“ eine Sprech(dreiviertel)stunde bei Dr. Thrash. Der Vierer aus Villa Alemana greift munter solche Einflüsse wie RE-ANIMATOR, GRINDER, EVIL DEAD, ANIHILATED oder FORBIDDEN auf und gießt diese in tolle Thrash-Songs mit wohltuendem 90er Flair. Dies wird durch den Sound unterstrichen. Dieser ist keineswegs rumpelig, aber zum Glück auch nicht modern überproduziert: trockene Gitarren, ein cooler, hörbarer Bass und druckvolle Drums. Außerdem ist die Produktion deutlich druckvoller und stimmiger als noch auf "Red Skies".
Die Songs sind schön arrangiert, so gibt es bspw. in „The Abyss“ oder „Reflections Over the Veils of Death“ schöne Tempiwechsel und die Akustikgitarre darf auch mal den Background für hörenswerte Leads bereiten. Das Instrumental „Dans L’Absurd“ greift nicht nur traditionelle Einflüsse aus der Heimat des Quartetts auf, sondern bietet auch eine hörenswerte Verschnaufpause, bevor einen das rasante „Reflections Over…“ mit seinen Riff-Attacken überfährt.
Während POWERWOLF gleich ganz auf den Bass verzichten und METALLICA ihn bekanntlich schon mal einfach wegmixen, darf sich Frontmann Alejandro Lagos richtig am Viersaiter austoben und erinnert da schon ab und zu mal an Steve DiGiorgios Spiel auf „Individual Thought Patterns“ (DEATH). Ohnehin schimmert auf „The Delusional Mystery…“ auch immer mal wieder die Vorliebe für frühe SADUS & Co durch.
MENTAL DEVASTATION klingen nicht gewollt oder penetrant retro, sondern Sound und Songwriting gehen eine tolle Symbiose ein, so dass „The Delusional Mystery…“ zu einem wahren Freudenfest für Freunde des 90er Jahre Thrash Metal zwischen Bay Area, England, Deutschland und Braziliens SEPULTURA wird. Schade, dass überall so viel Zeit und Papier vergeudet wird, um über Schlaftabletten wie IRON MAIDENs „Senjutsu“ zu schreiben/sprechen, obwohl es doch derzeit so viel bessere Alben und Bands gibt: MENTAL DEVASTATION sind da nur ein Beispiel. Bleibt zu hoffen, dass den Chilenen und ihrem Zweitwerk mit neuem Label im Rücken nun auch etwas mehr Aufmerksamkeit zuteilwird. MENTAL DEVASTATIONs „The Delusional Mystery of the Self Pt. I”
ist eine starke Scheibe, die mit jedem Durchlauf an Klasse gewinnt.

Line Up

Alejandro Lagos -bass, vocals
Felipe Espinoza – guitar
Matías Morales – guitar
Nicolas Pastene – drums

Tracklist

1. Genesis
2. Ascension
3. Conquerors
4. Labyrinths
5. The Abyss
6. Vulcanic Eruption
7. Perpetual Dualities
8. Time Echoes
9. Dans l’Absurde
10. Reflections Over the Veils of Death
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