Metalite – Biomechanicals

CD Reviews, Metalite – Biomechanicals

Musikalisch ist die Schnittmenge beim Kollegen Stoffregen und mir sehr klein. Doch auf eine Band können wir uns beide einigen: AMARANTHE. Die Schweden bekommen nun allerdings ernsthafte Konkurrenz aus dem eigenen Land. METALITE setzen mit ihrem Zweitwerk „Biomechanicals“ zum Sturm auf den AMARANTHE-Thron an.
Mit „Helix“ sind AMARANTHE zwar wieder etwas härter geworden, aber das Songwriting langt nicht mehr an das Frühwerk heran. METALITE hingegen hatten mit „Heroes in Time“ ein recht hörenswertes Album abgeliefert und mit Songs wie „Afterlife“ durchaus auch schon erste Hits im Gepäck. Mittlerweile haben sich die Wege der Band und ihrer Sängerin Emma Bensing getrennt und seit diesem Jahr steht Erica Ohlsson im Rampenlicht und am Mikro. Die aus Edsbyn stammende Sängerin wurde von Gitarrist Edwin Premberg in einem Stockholmer Club entdeckt und schon kurze Zeit später stand sie mit der Band auf der Bühne.
Auch wenn das Coverartwork von „Biomechanicals“ darauf schließen lassen könnte, dass es sich bei Erica gar nicht um ein menschliches Wesen handelt, sondern um einen Roboter oder so (man erinnere sich an den Film Mannequin). Letztlich spielt es aber auch keine Rolle, die neue Sängerin macht nicht nur eine gute Figur als Frontfrau, sondern liefert auch stimmlich voll ab.
Stilistisch fährt man natürlich voll im Fahrwasser von AMARANTHE – und es verwundert daher auch nicht, dass man sich für die Aufnahmen ebenfalls mit Produzent Jacob Hansen zusammengetan hat. Stellenweise klingt man allerdings aus so als würden AMARANTHE Songs von BLOODBOUND spielen, z. B. bei „Warrior“. Neben den hervorragenden Singleauskopplungen „Far From The Sanctuary“ und „Apocalypse“ stellen auch Songs wie „Mind of a Monster“ oder „World on Fire“ unter Beweis, dass die Damen, Herren und Diversen ein hervorragendes Händchen für gelungene Melodien haben. Und auch wenn das Ende der Scheibe weniger aufhorchen lässt als die erste Hälfte von „Biomechanicals“, greift Metal Hammer Kollege Kessler nicht nur bei seinem ESKIMO CALLBOY Vergleich kräftig daneben, sondern auch bei der Punktevergabe. METALITE gewinnen mit ihrem Modern Metal möglicherweise keinen Originalitätspreis, dennoch sind sie deutlich härter als etwa BEAST IN BLACK und letztlich bleibt ein guter Song ein guter Song. Und davon gibt es auf „Biomechanicals“ jedenfalls deutlich mehr als gute Artikel in den derzeitigen Metal Hammern, die mit ihren vier Absätzen und ihrer Oberflächlichkeit tatsächlich leider eher die Hörerschaft von ESKIMO CALLBOY bedienen.
METALITE legen mit ihrem Zweitwerk „Biomechanicals“ ein wirklich hörenswertes Modern Metal Album vor, welches das letzte AMARANTHE Werk hinsichtlich Hitdichte und eingängigen Melodien durchaus auf die Plätze verweisen kann. Man darf gespannt sein was aus dieser Richtung noch kommt.

(c) Pics Tallee Savage / Mattias Savage





Line Up

Erica Ohlsson (Vocals), Edwin Premberg (Guitar), Robert Örnesved (Guitar), Lea Larsson (Drums), Robert Majd (Bass)
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