Moon Tooth - Crux

CD Reviews, Moon Tooth - Crux

Am 14.10.2019 veröffentlichten "Moon Tooth" ihr zweites Album namens "Crux". Eine Krux war es aber nicht, es zu hören und zu verarbeiten. Es ist für mich eines der besten Alben, die dieses Jahr veröffentlicht wurden. Und nicht beschränkt auf das redaktionelle Tun bei Twilight, sondern es schob sich vorbei an den Werken von Bands, deren Fan ich bin.

Wem die  Band nichts sagt: Sie kommen direkt aus Long Island in New York City. 2013 veröffentlichten sie eine EP, 2016 ihr erstes Album mit dem Titel "Chromaparagon". Stilistisch werden sie eingeordnet als Vertreter des Progressive Metals. Hm. Progressive sind für mich eher die frühen Genesis, Yes und Rush (bei denen fraglos mehr im Rockgewand) oder Dream Theater. Instrument-Stimmungen, Art des Klangs, Anschlag gehen für mich bei "Moon Tooth" in Richtung Djent. Also tiefe Stimmungen, perkussiver Klang, bei den Saiten dazu noch ein hoher Noise Gate Grad. Losgelöst, wie man die Schublade nun benennt, für mich gehöre sie ins Umfeld von Periphery, Sikth und Good Tiger. Aber mit einem sehr eigenständigen Auftritt. 
"Crux" versprüht eine Art positiver Hektik durch die Songstrukturen mit plötzlichen Breaks, wo es dann nicht mit 64-teln weitergeht, sondern mal halbe oder ganze Notenlängen im Takt vorkommen. Ferner liegt es auch an der Art des Gesangs und Stimme des Sängers John Carbone. Herr Zwingelberg würde sagen, es ist typische Musik für Mucker, jedoch nicht für Metaller. Ich gebe ihm recht, dass man im Publikum wohl eher Flanellhemden, denn Nietengürtel fände. 
Dennoch ist es Metal und vor allen Dingen handgemachte Musik mit richtigen Instrumenten.
Kommen wir mal zum Klang oder Mix des Albums: Druckvoll, dabei trotzdem transparent und vor allen Dingen nicht überkomprimiert mit tausend Tonspuren. Negativ empfinde ich auch, wenn dem Schlagzeug der Raumklang genommen wird und es einfach nur ploppt, wenn die Felle oder Becken bedient werden. Für mein Hörempfinden wurde bei "Crux" jedoch alles richtig gemacht. 

Ich sprach eingangs von Eigenständigkeit der Band. Vom Befund weiche ich auch nicht ab. Nichtsdestotrotz gibt es zwei Songs auf dem Werk, die für mich einen Rekurs auf andere Bands bedeuten, nämlich bei "Thumb Spike" sind es "Van Halen" mit "One Way To Rock" und "Hot For Teacher", bei "Awe At All Angels" [lang lebe das Stilmittel der Aliteration] ziele ich auf eine deutsche Band ab. Als ich bei letzterem Lied bei Erstkonsum die ersten Takte vernahm, dachte ich an - und das ist keine Kapelle, die im heimischen CD-Regal einen Standplatz hat - AnnenMayKanntereits Lied "Barfuß am Klavier". Quadruple A ist darüberhinaus der Ohrwurm des Albums.

Lange Rede gar kein Sinn: "Crux" hat mich zum Fan von "Moon Tooth" gemacht. Natürlich abhängig von individuellen Vorlieben. Spitzenplatte. Punkt. 


 

Line Up

John Carbone - Gesang
Nick Lee - Gitarre/Gesang
Ray Marte - Schlagzeug/Gesang
Vincent Romanelli - Bass

Tracklist

1. Trust
2. Omega Days
3. Through Ash
4. Musketeers
5. Thorns
6. Rhythm And Roar
7. Motionless In Sky
8. Thumb Spike
9. Awe At All Angels
10. Crux
11. Raise A Light
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