My Dying Bride – Feel The Misery

CD Reviews, My Dying Bride – Feel The Misery

Liefern MY DYING BRIDE zu ihrem 25. Jubiläumwirklich ihre düsterste, majestätischste und tonnenschwerste Arbeit ab, wie es uns die Promoabteilung weißmachen möchte? ZWEIFELLOS JA!

Zum 25-jährigen Bandjubiläum scheint bei den Doom-Metal-Veteranen von MY DYING BRIDE mehr denn je das Motto „Back to the roots“ zu gelten. Denn die Band konnte nicht nur die Rückkehr ihres alten Gitarristen Calvin Robertshaw vermelden, sie begab sich auch zur Aufnahme in die Academy Studios in Dewsbury West Yorkshire, also in die Schmiede ihrer klassischen Opera.

Anders als auf dem Vorgänger „A Map Of All Our Failures“ sind die Songs um einiges riffgetriebener und heavier, der Klargesang musste etwas von seinem Terrain abgeben, ohne aber dadurch an Epik und Martialität einzubüßen. Denn die doomige Schwere korrespondiert in einzigartiger Weise mit der düsteren, melodischen Melancholie, so zum Beispiel beim titelgebenden Track 'Feel The Misery', der durch die Kombination aus griffiger, treibender Riffigkeit mit funeraler Festlichkeit unter anderem in Form der bewährten Streicher und orgelmäßigen Keyboards zu einem wahren musikalischen Kleinod geworden ist und der ohne Zweifel das Zeug zum Klassiker hat.

Herausragend ist zudem der Track 'A Thorn Of Wisdom', der zunächst durch seinen durchdringenden Bass im Verein mit den klavier- und orgelmäßigen Keyboards eine außergewöhnlich ambivalente Stimmung zwischen zarter Hoffnung und tiefster Verzweiflung zu erzeugen weiß, die überaus furios mit den spät einsetzenden Gitarren gekrönt wird.

Doomige Niedergeschlagenheit im Auf und Ab zwischen grimmigen Growls und gefühlvollen, leidenschaftlichen cleanen Vocals bricht sich in 'I Celebrate Your Skin' Bahn, ein Song, der aufgrund verschiedenster Facetten wie Mönchgesängen und Glockenläuten sowie unvorhersehbarer Wendungen das ausgefeilte Songwriting der Briten dokumentiert. Wer sich mal wieder richtig dem Trübsinn, dem Schwermut oder der Trauer hingeben möchte, der ist mit dem nahezu akustischen 'I Almost Loved You' genau an der richtigen Adresse. Wer in dieser Stimmung keine Tränen vergießt, der kann kein Herz haben!

Epischen mitreißenden Doom in klassischer Überlänge und typischen, kraftvollen MY-DYING-BRIDE-Gewand bieten der Rausschmeißer 'Within A Sleeping Forest' und der schon ausgekoppelte Opener 'And My Father Left Forever'. Grimmiger, heftiger, aber mit unter die Haut gehenden hymnischen Elementen, so präsentiert sich 'To Shiver In Empty Halls', während 'A Cold New Curse' die Zuhörer einem wahren Wechselbad der Gefühle aussetzt, auch aufgrund der genialen, leidenden Soli.

Fazit: Düsterer, schwermütiger, epischer, härter: MY DYING BRIDE setzen der Trauer, dem Schwermut und dem Trübsinn ein monumentales Denkmal. Mehr „Feel“ und mehr „Misery“ geht nicht. Vielleicht das bisher beste Opus der Briten, auf jeden Fall das beste Doom-Metal-Album des Jahres. Schwer vorstellbar, dass das noch übertroffen werden kann!

Line Up

Aaron - Vocals.
Andrew - Guitar.
Calvin - Guitar.
Lena - Bass
Shaun - Keyboards / Violin

Tracklist

01. And My Father Left Forever
02. To Shiver In Empty Halls
03. A Cold New Curse
04. Feel The Misery
05. A Thorn Of Wisdom
06. I Celebrate Your Skin
07. I Almost Loved You
08.
Within A Sleeping Forest

Wir benutzen Cookies

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.