My Dying Bride - Macabre Cabaret

CD Reviews, My Dying Bride - Macabre Cabaret

Zwar dürfen sich die Briten zu meinen absoluten Favoriten zählen, dennoch habe ich sie die letzten Jahre aus unerklärlichen Gründen musikalisch irgendwie nicht mehr verfolgt. So geht mir der Genuss des aktuellen Studioalbums "The Ghost of Orion", welches auch in diesem Jahr erschienen ist, leider bisher ab. Vielleicht kann Kollege Kersten mir da mal auf die Sprünge helfen... Sei es drum. Schon wieder haben die Engländer neues Material in Form einer 3-Track-EP am Start.
 
Und da versuche ich mich gerade reinzuhören, was sich allerdings nicht als allzu leichtes Unterfangen entpuppt. Der titelgebende Opener "Macabre Cabaret" ist ein für die Band typisches 10 Minuten-Mammut-Werk (von Epos mag ich in dem Fall nicht gleich reden), welches fast die Hälfte der Spielzeit dieser EP einnimmt. Beim ersten Hören konnte ich noch gar nichts mit dem Stück anfangen. Mittlerweile erweist sich der doomig-düstere wie auch puristische Track als halbwegs gefällig, stellt sich aber dennoch als weder Fisch noch Fleisch heraus. Ein wenig drängt sich mir da der Verdacht auf eine übrig gebliebene B-Seite auf, auch wenn diese in der Musikhistorie schon manche Perle hervorgebracht hat. Aarons Gesang klingt irgendwie seltsam, leicht choral, als hätte man mehrere Gesangsspuren von ihm übereinandergelegt. Die wenigen, immer wiederkehrenden Riffs, sind ganz okay, jedoch weit davon entfernt, mich standesgemäß für MDB-Verhältnisse abzuholen oder gar zu packen. Und da müssen auch erst dreieinhalb Minuten ins Lande streichen bis sich musikalisch etwas tut und andächtig anmutende Synthie- und Orgelklänge ertönen. Das folgende "A secret Kiss" weiß sich hingegen etwas zu steigern und verschafft sich, vor allem durch seine Gitarren-Rückkopplungen, Gehör. Dieser Sound löst auf jeden Fall Retro-Gefühle aus, lässt Erinnerungen an die Anfangstage von MDB aufkommen und taucht nochmal in die "As The Flower Withers" / "Turn Loose The Swans"-Ära ein. Die Klasse der alten Songs erreicht das Stück allerdings bei Weitem nicht. Entlassen werden wir mit "A Purse Of Gold and Stars", im Prinzip einem Instrumental-Track, getragen von leisen, gemächlichen Pianoklängen, unterstrichen von eher einem Sprechgesang und grabesähnlichen Synthieteppichen. Insgesamt ein sehr gelungener Closer, der einen Charakter von Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit aufzeigt und uns  ebenso trauernd und hilflos zurücklässt.
 
Vielleicht ist diese EP nicht gerade das homogenste Werk in der Diskografie der Briten, und sicher ist es bei den ganzen Meilensteinen unter den Veröffentlichungen auch eher dem schwächeren Segment zuzuordnen. Dennoch macht das summa summarum bei MDB immer noch eine ordentliche und annehmbare EP aus.
 

Line Up

Gesang
Aaron Stainthorpe
Gitarre
Calvin Robertshaw
Gitarre
Andrew Craighan
Bass
Lena Abé
Schlagzeug
Jeff Singer 
Keyboard, Violine
Shaun Macgowan

Tracklist

1. Macabre Cabaret
2. A Secret Kiss
3. A Purse Of Gold And Stars

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