Night In Gales - Dawnlight Garden

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Nach dem Zwischenschritt “Five Scars” (2011) läuteten NIGHT IN GALES mit “The Last Sunsets” 2018 eindrucksvoll ihren zweiten Frühling ein, bei dem man nicht nur bei der Farbe der Covergestaltung, sondern auch musikalisch an die Ursprünge der Bandhistorie bzw. an “Towards The Twilight” anknüpfen konnte, ohne sich dabei unispiriert am eigenen Schaffen anzubiedern. Ganz im Gegenteil.
Der Weg in den “Dawnlight Garden” war glücklicherweise nicht ganz so weit wie der zwischen den beiden Vorgängern und das neue Werk setzt erneut mit Ur-Sänger Christian Müller genau dort an, wo man mit “The Last Sunsets” endete.

NIGHT IN GALES spielen wiederholt befreit auf, brillieren in technischer wie spielerischer Hinsicht in elf zeitlosen und knackigen Melodic Death Metal – Songs, die in der Tradition von Ferox, In Flames, Sacrilege, At The Gates und Dark Tranquillity stehen. Fettes und wildes Riffing, Stakkato-Drums und Doublebass-Attacken, schwelgerische und sehnsuchtsvolle Melodien sowie der heiser-kehlige Gesang von Christian lassen kaum Wünsche offen.

Und auch, wenn “Dawnlight Garden” in handwerklicher Hinsicht vielleicht sogar das beste Werk ist, was NIGHT IN GALES jemals aufgenommen haben, so will die Scheibe bei mir einfach nicht zünden. Woran das liegt?
Nun da wäre zum einen der auf mich sehr plasten und steril wirkende Sound, der es einfach nicht schafft, die Wärme und das organische Feeling sowie die Atmosphäre wie beim Vorgänger zu transportieren. Dem Album defizite im Songwriting zu unterstellen ist in Anbetracht der musikalischen Fähigkeiten der Band eigentlich Majestätsbeleidigung. Allerdings fällt mir neben dem kraftvoll drückenden und doch wenig optimalen Sound kein wirklich plausiblerer Grund ein, weshalb die meisten Songs bis auf weniger Fragmente einfach nur an mir vorbei rauschen.

Insgesamt ist “Dawnlight Garden” keinesfalls schlecht oder so richtig enttäuschend, zumal ich mich nach wie vor sehr freue, dass die Band in derartiger Verfassung zurück ist. Aber zumindest ich hatte mir persönlich nach “The Last Sunsets” mehr erhofft, vielleicht aber auch zuviel. Melodic-Death-Anhänger und eingefleischte Fans des Quintetts sollten die Scheibe aber mindestens antesten und dabei bin ich mir fast sicher, dass die meisten meine aufgeführte Kritik vermutlich nicht ganz so gravierend einordnen werden.

Ich vermute, dass ich das Songmaterial von “Dawnlight Garden” in der Live-Situation völlig anders bewerten würde. Wobei der Gartenspaziergang in naher Zukunft wohl so einfach nicht möglich sein wird. Aber das ist eine andere Geschichte...


NIGHT IN GALES - Dawnlight Garden:

Line Up

Christian Müller - Vocals
Jens Basten - Guitar
Tobias Bruchmann - Bass
Frank Basten - Guitar
Adriano Ricci - Drums

Tracklist

1. Atrocity Kings
2. Beyond The Light
3. Dawnlight Garden
4. Winterspawn
5. Beasts Leave Tombs Again
6. Kingdom
7. The Spectre Dead
8. A Spark In The Crimson Eclipse
9. Through Dark Decades
10. Choir Of Unlight
11. The Bonebed

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