NMB – The Neal Morse Band – Innocence and Danger

CD Reviews, NMB – The Neal Morse Band – Innocence and Danger

Warum sich die NEAL MORSE BAND nur noch NMB nennt mag seine Gründe haben. Wirklich viel geändert hat sich beim Stil des Quintetts nicht. Da mögen sich Nörgler, die behaupten, dass Neal Morse ständig das gleiche macht bestätigt fühlen. Fans sind froh darüber, denn die Neal Morse Band (oder eben NMB) gehören zum besten, was der Bereich Progressive Rock zu bieten hat. Außerdem tragen alle Bandmitglieder deutlich diesem starken Doppelalbum mit ihren Ideen, Stimmen und musikalischen Fähigkeiten bei, sodass man nicht mehr von einem Morse Soloalbum sprechen sollte.
Bei „Innocene and Danger“ handelt es sich übrigens nicht um ein Konzeptalbum, wie bei den letzten beiden Scheiben, welche auf literarisch religiöser Basis eine Pilgerreise erzählten. Hier also einzelne Songs, die sicher auch einen spirituellen Hintergrund haben, allerdings meist ohne diese predigenden Texte auskommen. Positive Energie strahlt das Album wie immer aus. Neal Morse erklärt, dass das sicher am Treffen mit YES Sänger Jon Anderson liegt, der bei einem Podcast von als Interview Partner zur Verfügung stand. Danach sind Neal die Texte frei herausgerollt. Doch kommen wir zur Musik.  Mit „Do it all again“ startet  das Album atmosphärisch mit leichter 70er KANSAS Schlagseite. Was Wunderknabe Eric Gilette gleich beim Anfang an Licks abliefert ist wie immer bewundernswert. Neal beginnt den Gesang in der Strophe, wird bei der Bridge von Keyboarder Bill Hubauer abgelöst und durch Eric Gilette (der eine  ähnliche Stimmlage wie Morse hat, nur höher singt) zu einem sehr schönen Refrain geleitet. Das Stück klingt eher nachdenklich. Der Soloteil ist wunderschön und lässt die Nummer sehr harmonisch ausklingen. Der Fadeout ist eher ungewohnt. „Bird on a Wire“ bringt volle Energie und alle positiven Eigenschaften dieser Band auf den Punkt. Wahnsinnig cooles Bubblegum Keyboard inklusive. Dieses Stück hätte ich eher als Opener erwartet. Musikalische Achterbahnfahrten gehören wie ein spannender Aufbau und einige nicht erwartete Wendungen dazu. Und wieder sind Gilette und Hubauer an den Leadvocals beteiligt. Klasse. Das folgende „Your Place in the Sun“ weist einen ordentlichen Shuffle Rhythmus auf und weckt leichte Erinnerungen an TOTO, ohne den AOR Göttern zu nahe zu kommen.  Noch mehr 80er Rock dann bei „Another Story to tell“, welches eher simpel und eingängig erscheint. Sicher nicht die beste Nummer auf Innocence and Danger. Deutlich ruhiger und mit einer leichten PINK FLOYD Atmosphäre klingt das nachdenkliche „The Way it had to be“, welches beweist, was Eric Gilette mit gefühlvollen Gitarren Melodien (Gilmour Style) erreichen kann. Und wieder übernehmen die drei Sänger den Gesang abwechselnd. Bei „Emergence“ handelt es sich um ein jazziges Akustik Gitarren Solo Stück. Ein echtes Highlight folgt mit dem sehr harmonischen „Not Afraid Pt 1“, das Erinnerungen an an CROSBY, STILLS & NASH auslöst. Was für tolle Melodien, was für starke Harmoniegesänge, hier kann Morse an alte „June“ SPOCK’S BEARD Zeiten anknüpfen. Es wird eine so positive Stimmung ausgelöst, dass man dieses Stück auch Außenstehenden vorspielen kann, zumal auf Instrumentales Gefrickel verzichtet wird. Das gibt es dann bei „Bridge Over Troubled Water“, bei dem es sich um eine SIMON AND GARFUNKEL Coverversion handelt, die aber und beim Intro und Outro von Progrock Bombast umklammert wird. Ein würdiger Abschluss von CD 1.
Auf der zweiten Scheibe befinden sich zwei lange Epen von, wo NMB beweist, dass sie sich hier am wohlsten fühlt. „Not Afraid Pt 2“ ist ein klassisches Morse typisches Epos mit einigen Spannungsbögen, instrumentalen Achterbahnfahrten, starken Soli und viel Pathos. Wenn nach fast 4 Minuten eine Liebeserklärung von Morse ertönt, die an seine AnsprechpartnerInnen gerichtet ist und so dermaßen nach Hoffnung und Zuversicht klingt, ist deutlich, mit wem wir es zu tun haben. Der nach 9 Minuten folgende Part erinnert dann leicht an die Bombast Rocker STYX. Danach wieder Spannungsaufbau und Dramatik, der in weitere Soli übergeht. Und hieraus kommt die Band nach 16 Minuten zum Thema des ersten Teils zurück. Das wäre schon ein vernünftiges, würdevolles  Ende von „Inncence And Danger“ gewesen. Doch Morse und seine Band wollen noch einen drauf setzten und schaffen es mit dem längsten Stück „Beyond The Years“. Die klassische Einleitung ist wunderbar und geht in ein weiteres Mega Opus über, das alles, was die Musiker ausmacht ausschöpft. Schöne Ohrwurm Melodien genauso wie die nun schon oft genannten instrumentalen Achterbahnfahrten, Pathos, Folkiges, Wendungen, GENTLE GIANT Satz-Gesänge, tolle Übergänge und ein wahnsinniges Bass-Solo von Randy George, der hier so richtig die Sau rauslässt. Hört selber! Die super schöne Eröffnungsmelodie von „Beyond The Years“ lässt CD 2  schließlich noch epischer ausklingen. Starkes Werk.
„Innocence and Danger“ gibt es als einfache Doppel CD, als Dopple CD mit DVD Digi Pack und als 3 LP 2 CD mit Postkarte. Bei einigen Versandhändlern auch als limitierte Auflage mit farbigem Vinyl.

Line Up

Neal Morse: Vocals, Guitar and Keyboards
Mike Portnoy: Drums
Randy George: Bass
Eric Gillette: Guitar and Vocals
Bill Hubauer: Keyboards and Vocals

Tracklist

NMB “Innocence & Danger” track listing:
CD1:
1. Do It All Again (08:55)
2. Bird On A Wire (07:22)
3. Your Place In The Sun (04:12)
4. Another Story To Tell (04:50)
5. The Way It Had To Be (07:14)
6. Emergence (03:12)
7. Not Afraid Pt 1 (04:53)
8. Bridge Over Troubled Water (08:08)
CD2:
9. Not Afraid Pt 2 (19:32)
10.Beyond The Years (31:22)
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