Paradise Lost - Symphony For The Lost

CD Reviews, Paradise Lost - Symphony For The Lost

2015 war ein überaus erfolgreiches Jahr für die Gothic-Metal-Pioniere aus dem Vereinigten Königreich, konnte die Mannen um Nick Holmes und Gregor Mackintosh doch mit ihrem nunmehr 13. Studioalbum „The Plague Within“ in die deutschen und finnischen Top-Ten der Charts einsteigen. Eine ausgiebige Tour folgte und da das letzte Live-Album „The Anatomy Of Melancholy“ jetzt auch schon sieben Jahre auf dem Buckel hat und Weihnachten vor der Tür steht, erscheint nun mit „Symphony For The Lost“ ein weiterer Live-Streich.

Während auf „The Anatomy Of Melancholy“ vor allem die Kult-B-Seite 'Sweetness' („Seal The Sense-EP“) als Kaufanreiz fungierte, sollen es dieses Mal die Symphoniker aus Plovdiv (Bulgarien) inklusive eines umfangreichen Chores richten. Für die klassischen Arrangements verantwortlich zeichnete Levon Manukyan, der auch schon mit MARILYN MANSON, ALICE COOPER, NIRVANA oder JUDAS PRIEST gearbeitet hatte. Und er hat seine Arbeit gar nicht schlecht gemacht, vor allem was die Songauswahl angeht. Denn was hätte sich besser angeboten, als die doch um einiges ruhigeren Rausschmeißer wie 'Your Own Reality' („In Requiem“) oder „Over The Madness („Paradise Lost“) herauszusuchen.

Daneben bringen aber auch lang nicht mehr gehörte Perlen wie 'Joys Of Emptiness' („Icon“) oder das vom aktuellen Longplayer stammende 'Victim Of The Past' das Herz zum Höherschlagen. Anders als bei den Metal-goes-Classic-Ausflügen anderer Bands spielen PARADISE LOST nicht gedämpft unplugged, sondern in vollem Saft. Dadurch haben es die klassischen Instrumente mitunter schwer, sich Gehör zu verschaffen, auch wenn sie immer vernehmbar sind. Aber vielleicht ist dieser Klassik-Light-Weg für viele, die sich fragen, warum sich der Metal dauernd an die vermeintliche Hochkultur anbiedern muss, der gangbarere und versöhnlichere. Zumindest werden dadurch einige neue musikalische Akzente gesetzt, wie 'Soul Courageous' („One Second“) unter Beweis stellt. Schmissig und fetzig.

Herausragend, vor allem auch für alte Lateiner, Anhänger der antiken Baukunst oder sonstige Antiken-Begeisterte ist ohne Zweifel die Location, in der das Konzert stattfindet, nämlich das antike Theater von Plovdiv. Für all diejenigen, die sich die Veröffentlichungen mit Konzertfilm kaufen, ein visueller Leckerbissen. Das ist natürlich kein absolutes Novum in der Musikgeschichte, wenn man an das 1986er Konzert der legendären Gothic-Rocker von THE CURE im antiken Theater der französischen Stadt Orange denkt, das damals noch als VHS-Videokassette erschien.

Zum Ärgernis wird dann allerdings das Set in Normalbesetzung. Denn von den neun Tracks konnte man sechs auch schon auf „The Anatomy Of Melancholy“ hören. Jetzt werden einige sagen, dass auf keinem Live-Set die absoluten Klassiker wie 'The Enemy', 'Erased', 'As I Die', 'One Second', 'The Last Time' oder 'Just Say Words' fehlen dürfen, aber die Band hat genug geniale Songs, die sowohl die jungfräulichen Ersthörer für die Band gewinnen, als auch für freudige Abwechslung bei den sammelnden Altfans sorgen können. Schade!

Wertung: 11 Punkte für die erste Orchester-Hälfte, 5 Punkte für die zweite, macht zusammen im Schnitt 08/15.

Line Up

Nick Holmes: Vocals
Greg Mackintosh: Lead, Rhythm Guitar
Aaron Aedy: Rhythm Guitar
Steve Edmondson: Bass
Adrian Erlandsson: Drums

Tracklist

CD 1 (mit Orchester):
01. Tragic Idol
02. Last Regret
03. Your Own Reality
04. Over The Madness
05. Joys Of Emptiness
06. Victim Of The Past
07. Soul Courageous
08. Gothic
CD Two (ohne Orchester):
01. The Enemy
02. Erased
03. Isolate
04. Faith Divides Us, Death Unites Us
05. As I Die
06. One Second
07. True Belief
08. Say Just Words
09. The Last Time
DVD
Erste Hälfte mit Orchester: 41:16
Zweite Hälfte ohne Orchester: 41:29
Dokumentation: 26:17
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