Pom Pom Squad - Death Of A Cheerleader

CD Reviews, Pom Pom Squad - Death Of A Cheerleader

Natürlich ist Nachhaltigkeit wichtig. Natürlich können wir weiter unsere alten Platten von VERUCA SALT, den BREEDERS, den THROWING MUSES oder ELASTICA hören. Aber wir können natürlich auch den Blick ein wenig nach vorne richten. Denn POM POM SQUAD haben in diesem doch recht grauen Jahr mit ihrem Debütalbum „Death Of A Cheerleader“ für einen alternative-rockigen Lichtblick gesorgt, auch wenn die selbst gewählte Schublade „Brooklyn based Quiet Grrrl Punk“ ist.

So sei es, zumal sich der Suchtfaktor schon nach dem ersten Hören des rotzig pittoresken und mitreißenden 'Head Cheerleeder' voll entfaltet. Das zuckersüß-pink startende 'Crying' erinnert dann in seiner kompromisslosen Leidenschaft sehr an P J HARVEY. Weltklasse! 'Second That' besticht durch seine schrammelnde Melancholie mit einem Hauch von LACEYmäßiger (exFLYLEAF) Zerbrechlichkeit. Eine Gitarre und echte Gefühle. Was braucht man mehr?

Kurz und voll auf die Zwölf, so präsentiert sich das krachige 'Cake', Ähnliches gilt für 'Lux'. 'Red With Love' beschwört in melancholisch-schrammelnder Manier die Liebe, wohingegen 'Shame Reaction' die Punk-Rock-Keule herausholt. Ein weiterer Höhepunkt ist 'Drunk Voicemail', ein Phänomen, das in erster Linie junge Leute betrifft. Denn wer über 30 kommt schon auf die bescheuerte Idee, minutenlange Monologe aufzunehmen, zu verschicken und zu glauben, dass sich das ernsthaft jemand anhört. Noch dazu im betrunkenen Zustand. Nun gut, TOCOTRONIC haben so etwas entfernt Ähnliches in 'Die Idee ist gut, die Welt aber noch nicht bereit' besungen. Nichtsdestotrotz ein hammermäßiger Song, der mich refrainmäßig, aus welchen Gründen auch immer, an den mittelfrühen BRUCE SPRINGSTEEN denken lässt.

Verschwiegen werden soll in diesem Zusammenhang auch nicht, dass sich in einigen, zumeist sehr kurzen Tracks, das zuckrig-rosa Element so richtig austoben darf und mitunter für eine irritierende kognitive Dissonanz sorgt. Aber das muss man als Chance begreifen und als kritisches Statement auch einfach einmal zulassen.

Kurz: POM POM SQUAD haben mit „Death Of A Cheerleader“ ein überaus hörenswertes Album erschaffen, das trotz aller Extreme in die Lücke vordrängt, die Bands wie VERUCA SALT, die THROWING MUSES oder ELASTICA hinterlassen haben. Einen so erfrischend schrammelnden Alternative Rock, der sich gekonnt im Spannungsfeld leidenschaftlicher Melancholie, tiefer Zerbrechlichkeit, dynamischer Rotzigkeit und energetischer Eingängigkeit bewegt, hat man lange nicht mehr gehört.

P.S.: Der neueste Streich der Brooklyn-based-Quiet-Grrrl-Punk-Band ist eine Coverversion von 'Popular', des Hits, der NADA SURF zum Durchbruch verholfen hat.







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