Possessed - Revelation Of Oblivion

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Der Kultstatus von POSSESSED liegt ja eigentlich "nur" in ihrem 85er Debüt "Seven Churches" begründet. Auf diesem Album ist ihnen allerdings Großes gelungen.

Die Auffassung, dass "Seven Churches" das erste "richtige" Death Metal Album ist, teile ich allerdings nicht – diese Ehre würde ich eher Death mit "Scream Bloody Gore" zuteil werden lassen. Aber POSSESSED waren Pioniere, indem sie den Thrash Metal auf eine härtere Stufe stellten und damit sicherlich zu den Geburtshelfern des Genres wurden. Auch der Name "Death Metal" wurde ja von einem Titel Debüts entlehnt.

Um mal zu "Revelation Of Oblivion" zu kommen: Reiner Death Metal ist auch diese 34 Jahre nach "Seven Churches" entstandene Scheibe nicht. Becceras Gesang ist mir dafür nicht guttural und brutal genug und auch die Gitarren wildern eher im Bereich zwischen Black, Death und Thrash Metal. Dass aber viele Songs gut ballern und schnell reinlaufen, ist bei einer so kompetenten Begleitband (unter anderem Musiker von Sadistic Intent) kein Wunder. Songs wie "Shadowcult" vollbringen das Kunststück, gleichermaßen nach alter Schule und dennoch frisch zu klingen. Auch die Produktion unterstützt diese Verbindung von Altem und Neuem. Erwähnenswert ist auch noch das detailverliebte Cover, das sicherlich nach einer Anschaffung auf Vinyl verlangt.

Und auch wenn "Revelation Of Oblivion" mich nicht zu einhundert Prozent überzeugen kann, ist es POSSESSED gelungen, ihre Legende nicht zu zerstören, sondern ein auch im Jahre 2019 gut hörbares und relevantes Genrealbum zu erschaffen.

Line Up

Jeff Beccera - V
Daniel Gonzalez - G
Claudeous Creamer - G
Robert Cardenas - B
Emilio Marquez - D

Tracklist

1. CHANT OF OBLIVION
2. NO MORE ROOM IN HELL
3. DOMINION
4. DAMNED
5. DEMON
6. ABANDONED
7. SHADOWCULT
8. OMEN
9. RITUAL
10. THE WORD
11. GRAVEN
12. TEMPLE OF SAMAEL