Reece – Cacophony of Souls

CD Reviews, Reece – Cacophony of Souls

Richtig gute und charismatische Sänger ohne feste Heimat gibt es mittlerweile eine ganze Reihe: Blaze Bayley oder Ripper Owens und eben auch DAVID REECE. Dieser liefert nun sein neuestes Solo Album ab.
„Ex-ACCEPT meets Ex-UDO“ wird als Motto ausgegeben, da sich der Ami mit ex-UDO Gitarrist Andi Susemihl, der mir eigentlich nur aus alten SINNER Zeiten in Erinnerung geblieben ist, zusammengetan hat. Für meinen Geschmack jedoch ein eher unnötiges Motto, da „Cacophony of Souls“ weder nach ACCEPT – nicht einmal nach „Eat the Heat“ – klingt, noch nach UDO. Viel eher empfiehlt sich das Album für die hardrockende Fraktion, so dass – wenn man schon Vergleiche zur musikalischen Biographie des Sängers ziehen will – am ehesten BONFIRE, BANGALORE CHOIR oder EZ LIVIN genannt werden sollten.
Mit BONFIRE hat es ja irgendwann nicht mehr geklappt, doch bereits mit dem flotten Opener „Chasing the Shadows“ unterstreicht REECE, dass die vermeintlich metallischere Ausrichtung der Ingolstädter nicht der Grund für die Trennung gewesen sein dürfte. Vielmehr zeigt der stimmgewaltige REECE auch mit „Blood on your hands“, dass er auch nach 40 Jahren im Musikgeschäft noch Zähne hat. „Judgement Day“ gehört für mich zu den besten Songs der Scheibe, da er mit gutem Groove, schönen Gitarrenpassagen und eingängigen Melodien überzeugt. Während mit „Another Life another Time“ natürlich auch ruhigere Töne angeschlagen werden, wird mit dem schnellen „Metal Voice“  tatsächlich in ACCEPT Gefilden gefischt und bewiesen, dass es sich bei REECE nicht um eine kraftlos daherrockende Altherrentruppe handelt. Dann verlaufen wir uns mit „Over and Over“ und „Back in the Days“ allerdings etwas im Dschungel der Belanglosigkeit, aus dem man dann bis zum Ende der Scheibe auch nicht mehr so richtig herausfindet. Versteht mich nicht falsch, das letzte Drittel der Scheibe tut nicht weh, begeistert mich aber auch nicht unbedingt. Da wird eben professionell in unterschiedlichen Härtegraden abgerockt – nicht mehr und nicht weniger.
Ungeklärt bleibt die Frage, ob das Coverartwork zu „Cacophony of Souls“ noch bescheuerter aussieht als das seltsame Artwork des musikalisch guten Solo-Debüts „Universal Language“. Ist aber egal, denn musikalisch gibt es auch anno 2020 gutklassigen Heavy Rock, der mal mehr, mal weniger zündet. Hörenswert sind David REECE und seine Jungs aber auf jeden Fall.



Line Up

David Reece (Vocals)
Andy Susemihl (Guitars)
Malte Frederik Burkert (Bass)
Andrea Gianangeli (Drums)

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