Royal Tusk – Tusk II

CD Reviews, Royal Tusk – Tusk II

„Ich möchte, dass die Leute so über uns denken wie wir über unsere Lieblingsbands. Wenn man ROYAL TUSK hört, hoffe ich, dass dann eine bestimmte Emotion oder Erinnerung hervorgerufen wird. Wir wollen, dass sich unsere Musik mit den Erfahrungen im Leben der Menschen verbindet, die ihnen wichtig sind. Das ist der Grund, aus dem wir das Ganze hier machen.“ Wunsch und Wahrheit stimmen nicht immer überein. Wird der Wunsch in diesem Fall für Frontmann Daniel Carriere wahr?
Im zarten Alter von 8 Jahren legte Carriere den Grundstein für die Band als er an der Tür der Nachbarn klopfte. Bald entstand eine dicke Freundschaft und da Basser Sandy bereits mit 13 Kotletten hatte, kaufte er jede Menge Alk für die Band und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute. Wir überspringen mal das Labelinfogesülze und wenden uns mal lieber der Musik der Kanadier zu. „Tusk II“ ist der zweite Longplayer des Vierers und soll als Kunst jenseits des bloßen Kommerzes verstanden werden. Ihre Wurzeln sehen die Jungs bei Bands wie AEROSMITH und DEEP PURPLE, aber die Alternativeszene mit Vorreitern wie PEARL JAM, MUDHONEY und SOUNDGARDEN lassen sich aus dem heutigen Stil der Band sicherlich nicht wegdiskutieren. Im Gegenteil, denn „Tusk II“ bietet lupenreinen nordamerikanischen Radio-Rock der bestens zwischen Songs von POP EVIL, 3 DOORS DOWN und DAUGHTRY passt. Die 10 Songs grooven sich durch die etwa 36 Minuten Spielzeit und können die ein oder andere Melodie und einige melancholische Momente vorweisen. Für den ganz großen Durchbruch kommen ROYAL TUSK nicht nur 18 Jahre zu spät, sondern liefern auch keinen wirklich zwingenden Hit ab. Doch wir erinnern uns: Kunst vor Kommerz! Insofern darf man den Kanadiern attestieren, dass sie ein Album abgeliefert haben, welches als Gesamtwerk durchaus gefällt. Die Scheibe lässt sich von „First Time“ bis „Long Shot“ problemlos durchhören, ohne dass es größere Ausfälle zu verzeichnen gäbe.

ROYAL TUSK liefern mit „TUSK II“ nicht den ganz großen Schuss ab, aber wer gerade mal Bock auf grundsoliden Radio-Rock mit alternativem Einschlag und hardrockigen Wurzeln hat, der dürfte mit dem Album bestens bedient sein. Spaß macht es auf jeden Fall. Inwiefern „Tusk II“ in Jahrzehnten als Teil des biografischen Soundtracks in Erinnerung geblieben sein wird bleibt jedoch abzuwarten.

Line Up

Daniel Carriere – Vocals/Guitars
Sandy MacKinnon – Bass
Quinn Cyrankiewicz – Guitar
Calen St
uckel – Drums