Sascha Paeth´s Masters of Ceremony - Signs of Wings

CD Reviews, Sascha Paeth´s Masters of Ceremony - Signs of Wings

Die Zeremonien-Meister bitten zum Tanz.
Oder sollte man besser vom Zeremonien-Meister Sascha Paeth himself sprechen?
Auf seinem ersten "eigenen" Album legt der Melodic-Metal-Master aus Wolfsburg jedenfalls so einiges aufs Parkett.
Wer kennt nicht Avantasia, Kamelot, Epica, Rhapsody, Angra oder Heavens Gate? Die Liste könnte munter weitergehen, würde aber hier den Rahmen sprengen. Bei über Zweihundert Produktionen, sowohl dieser Bands als auch vieler anderer Größen des Melodic Metal hat Sascha Paeth seine Finger im Spiel gehabt. Meistens als Produzent, aber auch als Musiker und Songschreiber. Bei diesem Portfolio lässt es sich nicht von der Hand weisen, dass Sascha Paeth den Melodic Metal in den letzten 30 Jahren maßgeblich mitgestaltet hat. Nun hat er nach fast fünf Jahren intensiver Gespräche mit dem italienischen Label Frontiers auf deren Wunsch ein "eigenes" Album aufgenommen, auf dem er alles verwirklichen konnte, wozu er Lust hatte. Und er hat sich dafür eine Band zusammengestellt, bei der er ausdrücklich darauf geachtet hat, dass es einfach "nette Leute" sind und keine Profilneurotiker oder ähnliches....Mit dabei sind Felix Bohnke an den Drums und Andre Neygenfind am Bass. Beide dürften aus der Avantasia Band bekannt sein. Corvin Bahn an den Keyboards, der sonst bei Uli John Roth spielt und Adrienne Cowan von Seven Spires am Gesang. Wobei Adrienne bereits durch den Live-Einsatz auf der Moonglow-Tour von Avantasia bekannt sein dürfte.

Mit dem Opener "The Time has come" will Herr Paeth auch gleich zeigen wo der Hammer hängt. Ein rauhes Riffing pflügt durch den Anfang und leitet in einen melodischen Refrain über, immer untermalt mit dem Power-Drumming von Felix Bohnke. Wer die Stimme von Adrienne Cowan noch nicht kennt, kann sich auf eine Bandbreite von super sanft und clean bis rauh und rotzig plus screams einstellen. Was dann im zweiten Song "Die just a little" auch gleich unter Beweis gestellt wird. Ein sehr gefühlvoller Song, der mit seinem Refrain im Ohr hängen bleibt. "Where would it be" hat mal einen komplett anderen Rythmus und ein cooles Riffing und natürlich eine hammer Gesangslinie. Ein perfekter Song zum entspannten Autofahren. "My Anarchy" kann sich gleich in diese Kategorie einreihen. Und auch ein "Metal-Stampfer" darf natürlich nicht fehlen: "Wide awake" beginnt mit so einem typischen 80er Jahre Riff. Auch ein guter Song in dem Sascha seine Gitarrensolo-Qualitäten zeigen kann.
"The Path", die Ballade mit Gesang, Piano und Cello und "feuchte Augen-Potential".
Mit dem kompletten Gegenteil "Sick" gibt es dann wieder voll auf die Glocke.
"Weight of the World" und "Bound in Vertigo" könnten Songs sein, die auf dem letzten Avantasia-Album leider keinen Platz mehr gefunden haben, nun aber umarrangiert hier ihren hochverdienten Platz einnehmen durften.
Und das Beste kommt bekanntlich meistens zum Schluss: der Titelsong "Signs of Wings".
Für mich bis dato Song des Jahres in der Kategorie "Female fronted Melodic Metal"! Was für ein Brett! Was für eine Hookline! Auf einem eigentlich schlicht gehaltenen Metal-Riff zaubert Adrienne Cowan in ihrer gesamten Bandbreite eine Athmosphäre, die einfach umhaut.
Sascha Paeth hat scheinbar tatsächlich alles in diesem Album verarbeitet, wozu er Lust hatte: Klassische Metal-Riffs und -Strukturen, oder typische Melodic-Metal Melodien (wie man sie z.B. bei Avantasia hören kann). Eine bunte Mischung, geschickt kombiniert und eingebaut. Hoffen wir dass diese Band bald auf Tour geht und nicht als "Studio-Projekt" endet. Aber die Zeichen für Live-Aktivitäten stehen offensichtlich gut...

Line Up

Sascha Paeth: guitar

Adrienne Cowan: lead-vocals

André Neygenfind: bass 

Felix Bohnke: drums

Corvin Bahn: keyboards

Tracklist

1.   The Time Has Come

2.   Die Just A Little

3.   Radar

4.   Where Would It Be

5.   My Anarchy

6.   Wide Awake

7.   The Path

8.   Sick

9.   Weight Of The World

10. Bound In Vertigo

11. Signs Of Wings

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