Schandmaul - Knüppel aus dem Sack

CD Reviews, Schandmaul - Knüppel aus dem Sack

Schandmaul ist seit über zwanzig Jahren eine Konstante in der mittelalterlichen Musikszene. Kaum eine Band habe ich durch Festivals und Konzerte öfter gesehen als das Sextett aus Bayern und so ist es auch wenig überraschend, das Schandmaul einer der letzten Auftritte war, das ich vor dem Ende aller Live Veranstaltungen 2020 besucht hab. Anlass war das damals erschienene Album „Artus“ das mich ein wenig ratlos zurückgelassen hat. Zwar war es nicht so poppig wie seine Vorgänger, aber insgesamt doch sehr gleichförmig. Jetzt folgt der nächste Wurf mit dem elften Album der Bandgeschichte „Knüppel aus dem Sack“

Die ersten Takte des Silberlings sind dann auch schon eine dicke Überraschung, denn der Titeltrack startet unerwartet hart mit einem fetten Riff und auch Thomas’ Stimme knackt ein bisschen dreckiger durch die Lautsprecher. Trotz der Härte haben wir jetzt aber keine Neuerfindung von Schandmaul durch eine Powermetal Version, sondern sie schaffen es, auf dem gesamten Album ihre Essenz beizubehalten.

Zweifellos hitverdächtig für Szenekenner ist „Königsgarde“ in Zusammenarbeit mit Saltatio Mortis und Ben Metzner von Feuerschwanz. Bei der Kombination kann einfach wenig schiefgehen, tut es auch nicht. Die Nummer ist bombastisch und geht nach vorn. Die Stimmen der Drei ergänzen sich einfach super.
Eine weitere Zusammenarbeit ist das Irish folkige „Glück auf“, das mit Fiddlers Green aufgenommen wurde. Der Song ist von vorn bis hinten eine schwungvolle Gute Laune Nummer.
Mit „Irgendwann“ liefern uns die Sechs eine mitreißende Hymne für die Post- Coronazeit. Ich bin mir sicher, dass der Track künftiges Livepublikum zum kochen bringt.

Auf knapp 50 Minuten und mit 13 Liedern (inklusive zwei Bonustracks) kriegt man hier Schandmaul at its very best. Von vorn bis hinten harmonieren die sechs Spielleute und ziehen einen sofort in ihre fröhliche, mitreißende Klangwelt. Schandmaul, und das habe ich auf „Artus“ etwas vermisst, klingen frisch und spielfreudig wie lange nicht mehr. So machen Schandmaul Spaß

Ihre größte Stärke ist, in meinen Augen, allerdings, das sie seit fast 25 Jahren einfach wundervolle Geschichten erzählen. Egal ob „Der Pfeifer“, „Tatzelwurm“ oder „Der Flug“, Thomas zieht einen mit seiner Stimme auch auf diesem Album wieder in seine Storys. Besonders gut gelingt das mit "Niamh" und der Suche nach Unsterblichkeit.

Von mir gibt es einen dicken Daumen hoch für „Knüppel aus dem Sack“ und ganz viel Liebe für Schandmaul. Die Scheibe macht mich als Fan einfach glücklich

Line Up

Gesang, Akkordeon, Gitarre, Klavier: Thomas Lindner
Schlagzeug, Percussion, Gesang: Stefan Brunner
Gitarre, Cister, Laute, Banjo, Gesang: Martin Christoph "Ducky" Duckstein
Schäferpfeife, Schalmei, Rauschpfeife, Flöten, Dudelsack, Akkordeon, Gesang: Birgit Muggenthaler - Schmack
E- Bass, Kontrabass, Fretless Bass: Matthias "Hiasl" Richter
Violine, Drehleier, Gesang: Saskia Forkert

Tracklist

    01 Knüppel aus dem Sack
    02 Königsgarde feat. Saltatio Mortis, Ben Metzner
    03 Das Gerücht
    04 Der Pfeifer
    05 Tatzelwurm
    06 Der Flug
    07 Der Quacksalber
    08 Luft und Liebe
    09 Glück auf! feat. Fiddler´s Green
    10 Irgendwann
    11 Niamh
    12 Der elfseitige Würfel Bonus Track
    13 Long John Silver Bonus Track
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