Schandmaul - Unendlich

CD Reviews, Schandmaul - Unendlich

Mit dem achten Studioalbum ist SCHANDMAUL kommerziell der ganz große Wurf gelungen. Mit neuem Majorlabel im Rücken und Präsenz auf allen Medien ist die „Unendlich“ auf Platz zwei der deutschen Albumcharts eingestiegen.

 

Der große Wurf ist vor allem aber auch musikalisch gelungen. Das neue Album ist grandios. Und wer nach 15 Jahren Bandgeschichte ein solches Meisterwerk abliefert, soll auch gutes Geld verdienen. „Unendlich“ startet etwas verhalten mit dem für mich etwas schwer eingänglichen „Trafalgar“. Das Ruder wird aber gleich mit dem nachfolgenden „Trippelbruder“ rumgerissen – neben „Kaspar“ und „Der Teufel…“ einer der drei unbeschwerten Partyhits der Unendlich. Mit „Der Teufel…“ ist SCHANDMAUL ein legitimer Nachfolger des Trinklieds gelungen, mit dem die in die Jahre gekommenen Bayern beweisen, dass sie immer noch trinkfest sind. FIDDLER’S GREEN steuern je eine englischsprachige und RUSSKAJA eine russische Strophe bei.  Besonders stark werden SCHANDMAUL dann, wenn sie mit ihren Liedern Geschichten erzählen. Und so ist es nicht verwunderlich, dass die Balladen „Euch zum Geleit“, „Mein Bildnis“ und „Baum des Lebens“ zu den Highlights des Albums avancieren. Mit „Euch zum Geleit“ hat SCHANDMAUL auf der einen Seite ergreifend, auf der anderen Seite ermutigend das Thema Tod und Trauer bearbeitet. „Baum des Lebens“ erzählt die Vorgeschichte der Siegfried-Trilogie und passt stilistisch wunderbar zu „Der junge Siegfried“. Einer der vielen weiteren Höhepunkte der Platte ist das überaus gelungene politische Statement „Bunt und nicht braun“. Von den beiden Instrumentals „Tangossa“  und „Little Miss Midleton“ kann vor allem das Irish-folkige „Little Miss Midleton“ zünden.

CDs, die geballt so viele Hits und Highlights enthalten, sind selten. Noch seltener sind solche Alben nach 15jähriger Bandgeschichte, in einer Phase, in der andere Bands musikalisch dazu übergehen, die Vergangenheit zu verwalten. Man kommt als Fan mittelalterlicher Rockmusik nicht um den Kauf dieses Meilensteins herum. Zu empfehlen ist unbedingt der Kauf der Deluxe Version, die neben einer DVD-Dokumentation (v. a. über das Festival zum 15jährigen Bandjubiläum) eine Akustikversion des gesamten Albums mit Ausnahme der beiden Instrumentals enthält. Die Songs sind sämtlich neu bearbeitet, so dass diese Bonus-CD ein eigenständiges Album darstellt. Besonders schön gelungen sind das von Stefan Dettl, der dem einen oder anderen Nichtbayern durch die Band LaBrassBanda aus dem Vorentscheid zum Eurovision Songcontest 2013 bekannt ist, im bayerischen Dialekt eingesungene „Kaspar“, das toll instrumentalisierte „Bunt und nicht braun“ und natürlich auch die Akustikversion von „Baum des Lebens“. Volle Punktzahl mit Sternchen.

Frau Bratbecker

Line Up

Bass - Matthias "Hiasl" Richter

Gesang - Thomas Lindner

Gitarre - Martin "Ducky" Duckstein, Thomas Lindner

Schlagzeug - Stefan Brunner

Schmack (Dudelsack, Flöten, Schalmeien - Birgit Muggenthaler

Violine, Viola, Drehleier - Anna Katharina Kränzlein

Tracklist

01. Trafalgar
02. Tippelbruder
03. Kaspar
04. In Deinem Namen
05. Bunt und nicht braun
06. Mit der Flut
07. Baum des Lebens
08. Tangossa
09. Euch zum Geleit
10. Saphira
11. Mittsommer
12. Little Miss Midleton
13. Der Teufel…
14. Mein Bildnis
15. Märchenmond

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