Second Brain – The Mind Awakes

CD Reviews, Second Brain – The Mind Awakes

Nennen Sie drei Dinge, die Ihnen zum Stichwort „Italien“ einfallen! Pizza, Pasta, Papst! Neben den drei Ps denkt der Metalfan sicherlich noch an die 500 Bandversionen mit „Rhapsody“ im Namen. Und natürlich an die AOR-Schmiede von Frontiers Music. SECOND BRAIN wollen da so gar nicht reinpassen.
Die Truppe aus Rom macht weder Drachen-Metal, noch passen sie zum Frontiers Roster. Wie sie zu den drei Ps stehen hört man der Musik der Band nicht an. Die lässt sich wiederum nicht in eine bestimmte Schublade stecken, da Agravain und seine Mitstreiter fröhlich Thrash und Death Metal  mischen und noch eine ordentliche Portion Prog einfließen lassen. Zudem gibt es hier und da Cello-Klänge und Female Vocals, was mich irgendwie an frühe ANATHEMA oder MY DYING BRIDE erinnert. Allerdings sind SECOND BRAIN trotzdem keine Doom oder Gothic Metaller.

Eins steht jedoch fest: Wer seine Pasta am liebsten mit Ketchup isst und mit einer schlichten Salami-Pizza zufrieden ist, wird von SECOND BRAIN Bauchschmerzen bekommen. Die acht Songs des zweiten Longplayers sind nämlich keineswegs leichte Kost und man muss sich in die vertrackten Riffs und Rhythmen erstmal reinhören. Trotzdem gefallen Songs wie „Sickest Breed“ oder das getragene „The Key“. Bei „Heralds of the New Belief“ wird dann auch mal etwas geblastet und das Gitarrenduo Agravain/Dagonus flitzt über die Griffbretter. Am Ende wird es bei „Wind Spirit“ auch noch etwas esoterisch – eine Mischung aus SKYCLAD und SABBAT.
Der Sound gefällt mir im Grunde recht gut, klingt er doch gleichzeitig düster und roh. Trotzdem ist der Mix etwas leise und kraftlos ausgefallen, so dass man die Anlage doch etwas mehr aufdrehen muss.
SECOND BRAIN liefern mit „The Mind Awakes“ ein anspruchsvolles Prog-Death Metal Album mit Thrash Anleihen, welches dem Hörer ein wenig Zeit abverlangt, da es sich hier nicht um Spotify-Stangenware handelt. Ein interessanter musikalischer Farbtupfer aus Italien!

Line Up

Agravain (vocals, guitars)
Lala Gabarth (vocals, cello, synth)
Dagonus (lead guitar)
Anagoor (bass guitar)
Dominus (live drummer)
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