Sentient Horror - Morbid Realms

CD Reviews, Sentient Horror - Morbid Realms

SENTIENT HORROR stammen aus Stockholm, New Yersey. Erfreulicherweise klingen sie nach schwedischen Death Metal und nicht nach Bon Jovi.
Ich weiß nicht, ob es ein Promogag ist, denn dieses 3.500 Seelenörtchen gibt es tatsächlich. Wenn es stimmt, finden sich mindestens drei tiefschwarze Exemplare unter ihnen. Mir war die Band kein Begriff, bis ich sie letztes Jahr mit ESCARNIUM und CARNAL TOMB live gesehen habe. Wer sogar diese beiden Bands an die Wand spielt, hat einfach jede Menge Potenzial. Es war so bedauerlich wie verständlich, dass sämtliches Vinyl vergriffen war. Nun legen die Amis ihren zweiten Longplayer vor.
Ohne Intro-Gedöns gibt der gleich auf die Zwölf. Auch in der Folge gibt es keine ruhigen Zwischenspiele oder ausgefade. Volldampf von Anfang bis Ende, so mag ich das. Die Amis haben es aber auch gar nicht nötig Druck rauszunehmen, damit sie danach heftiger wirken, das tun sie auch so. Während Bands wie LIK oder ENDSEEKER (Hamburg ist übrigens Stockholms Nachbargemeinde, zumindest in New Jersey) dem Death Metal, zugegebener Maße gekonnt, neue Facetten verpassen, sind SENTIENT HORROR komplett old school. Es ist erstaunlich, dass sie trotzdem extrem frisch klingen. Es gibt die typisch schleppenden Passagen, tödlichen Mid Tempo Groove, HighSpeed Geballer, düstere Melodien und straightes Geriffe. Das machen ja viele, aber wenige so gekonnt wie dieses Trio. Die Songs wirken immer stimmig, egal, ob sie wie der Opener fast 7 Minuten lang sind oder wie ´Ripped from Hell´ mit gut 2 Minuten auskommen. Den Text dieses Tracks werden die Fans sicher mitgröhlen, wenn sie ihn nur einmal gehört haben, das „You Fear The Agony Of Life“ brennt sich sofort ein. ´Reanimated´ macht seinem Namen alle Ehre und würde wohl jeden Todesmetaller umgehend aus dem Koma zurückholen. Ein absoluter Hit. Dass SENTIENT HORROR technisch versiert sind und ein Händchen fürs Songwritig haben beweisen auch die Breaks des Titeltracks.

´Morbid Realms´zeigt, dass es auch 30 Jahre nach NIHILISTs ´Drowned´ möglich ist aus altbewährten Zutaten äußerst druckvolle und frische Mucke zu zaubern. Alle Death Metaller sollten ihren nächsten Urlaub dieses kranke Reich als Reiseziel auswählen. Sehr schön dort und nicht so überfüllt wie Entombedtien.

Line Up

Matt Moliti - Lead Guitar, Vocals
Jon Lopez - Rhythm Guitar
Tyler Butkovsky - Bass
Sean Meyer - Sessiondrummer

Tracklist

1. Call of Ancient Gods
2. Bound to Madness
3. Sworn to the Dead
4. Reanimated
5. Ripped from Hell
6. Loss of Existence
7. Black Wings of Delirium
8. Obsessive Killing Disorder
9. Morbid Realms     
10. Cemetery Slaughter
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.