SkeleToon – They Never Say Die

CD Reviews, SkeleToon – They Never Say Die

Die Zeit ist wieder reif für eine Stunde fröhlichen „Nerd Metal“. Die Italiener Skeletoon haben am 3. März ihr drittes Album seit 2016 veröffentlicht. Wer nun meint, dass es sich bei einer solchen Frequenz nur um Schrott handeln kann, der höre sich „They Never Say Die“ erstmal in Ruhe an.
Ein Albumcover (übrigens gestaltet von Stan W. Decker (Primal Fear, Stryper, Ross The Boss, Jorn, Masterplan)), das irgendwie an ALESTORM erinnert inklusive einer visuellen Reminiszenz an Steve Vais legendäre JEM 7 Gitarre, und eine Vergangenheit als HELLOWEEN Coverband – dass da kein Death Metal auf den Hörer wartet, dürfte klar sein. Nachdem die Band um Frontmann Mr. Tomi Fooler bereits zwei Alben über Revalve Records veröffentlicht hat, ist der Fünfer nun bei Scarlet Records untergekommen. Und mit „The Never Say Die“ liefert man nun den dritten Teil einer fünfteiligen „Nerd-Saga“ ab. Meinetwegen.
Musikalisch wird auf jeden Fall weiterhin das volle HELLOWEEN-EDGUY-BLOODBOUND Programm abgeliefert. Dies dürfte vor allem während der ersten Songs bei Kritikern den Kommentar hervorrufen, dass der Band die Eigenständigkeit und der Wiedererkennungswert fehlt. Stimmt bestimmt auch zum Teil. Trotzdem sind auch Songs wie „The Truffle Shuffle Army“ für leidgeprüfte HELLOWEEN-Jünger sicherlich ein echter Leckerbissen, denn besser hätte es Michael Kiske auch nicht hinbekommen. Und doch verstehen es SKELETOON durchaus auch Akzente zu setzen. Den ersten musikalischen Widerhaken dieser Art setzen sie mit dem getragenen „To Leave A Land“. Der Titeltrack versprüht dann jede Menge 80er Flair und hat hohen Unterhaltungswert! Dies wird mit „The last Chance“ weitergesponnen und außerdem bietet man hier einen eingängigen Refrain und hörenswerte Gitarrenlicks. Mit „I Have The Key“ bekommen dann alle Hochgeschwindigkeits-STRATOVARIUS und SONATA ARCTICA Junkies ihren goldenen Schuss. „When Legends Turn Real“ fischt dann etwas in moderneren Gewässern á la DYNAZTY. Das langsame epische „Farewell“ dürfte schließlich auch bei allen AVANTASIA Fans auf Gegenliebe stoßen und der Song erinnert phasenweise sogar etwas an SAVATAGE. Den Rauswurf besorgt dann das kurzweilige „Goonies R Good Enough“, welches mit knappen 3 Minuten der deutlich kürzeste Song des Albums ist.
SKELETOON gewinnen vielleicht nicht den originalitätspreis, dafür machen sie das was sie machen verdammt gut. „They Never Say Die“ kann über die gesamte Spielzeit unterhalten und durch das Augenzwinkern der Band kommt man gar nicht erst in Versuchung an den Songs herumzukritisieren. Mit dem aktuellen BLOODBOUND Album kann man es problemlos aufnehmen und das eher schwache DYNAZTY Album des letzten Jahres kann im Vergleich getrost die Koffer packen.
Frisch, fromm, frei, fröhlich – SKELETOON klingen auf „They Never Say Die“ unbekümmert und unverbraucht und liefern dadurch ein unterhaltsames Drittwerk ab. Cooles Ding!


Line Up

Featuring special guest appearances by Michele Luppi (Whitesnake), Giacomo Voli (Rhapsody Of Fire), Morby (Domine) and Alessandro Conti (Trick Or Treat)