Soilwork - Övergivenheten

CD Reviews, Soilwork - Övergivenheten

Mit "Övergivenheten" melden sich Soilwork zurück. Es soll nicht nur das längste Album der Bandgeschichte sein, sondern auch das abwechslungsreichste.
Soilwork sind seit vielen Jahren ein Garant für hochkarätigen Melodic Death Metal. Mit "Övergivenheten" legen die Schweden jetzt nicht nur Album Nr.12 vor, sondern haben mit einer Spielzeit von 65 Minuten auch ihr längstes Album geschmiedet.
Die Intensität, mit der die Musiker dieses Planeten während der letztem 2 verkorksten Jahre gearbeitet haben, ist schon beachtlich.
Und so hatten auch die Mannen um Björn Strid mehr Songmaterial eingetütet, als es vermutlich sonst der Fall gewesen wäre. Zumal ja bekanntich 3 Bandmitglieder auch noch die sehr erfolgreiche Pop-Metal-Band "The Night Flight Orchestra" mit betreiben.
Ich beobachte Soilwork seit den Alben "Figure Number Five", "Stabbing the Drama". Anfangs war es guter harter Melodic Death Metal. Irgendwann driftete das ganze dann immer mehr in die Ecke "Knüppel aus dem Sack, wir ballern heute nur noch" ab, was aber zum Teil seinen Charm hatte, da es gut gemacht war und trotzdem immer wieder die melodiösen Anteile eingestreut wurden, wodurch viele Songs dann doch nicht nur als anstrengend in Erinnerung blieben.
Nun haben sich Soilwork im Laufe der Jahre ihren eigenen Stil erarbeitet, der sich aus vielen Stil-Elementen des Melodic Death Metal zusammensetzt und daher unverkennbar geworden ist.
Ob man nun lieber die Songs mag, die fast schon in Richtung Metal Core gehen, oder aber die sehr melodiösen Songs mit Björns cleaner Stimme, bleibt Geschmackssache.
Fakt ist, dass gerade der cleane Bereich immer mehr in den Vordergrund getreten ist. Da kann die Instrumenten-Fraktion bolzen was die Saiten und die Drumfelle hergeben, es gibt dazu schöne Hooklines und Melodien mit klarer Stimme.

Das Album mit dem Titelsong einzuläuten ist ein kluger Schachzug. Wurde der Song doch bereits am 13.5. diesen Jahres als Single (nebst Video) veröffentlicht. Hier weiß jeder gleich wo die Reise langgeht. Ein typischer Soilwork Song, der alles vereint, was diese Band ausmacht. Immer wieder schön, wenn Keyboarder Sven Karlsson im Vordergrund mit seinen Piano-Sounds zu hören ist. Überhaupt sind die Keyboards mehr in den Vordergrund gerückt. Zwar immer songdienlich, aber dennoch allzeit präsent. Das war nicht immer so.
Mit "Nous Sommes La Guerre" werden sehr gemäßigte Töne angestimmt. Ein Song mit teilweise melancholischen Zügen. Allerdings war das nur die Ruhe vor dem Sturm: "Electric Again" ballert richtig los und geht dann in einen clean gesungenen Refrain über, der eine dieser typischen Soilwork Hooklines hat.
Genauso "Valleys Of Gloam". Ein schöner Rock Song, mit dem man sich an einem lauen Sommerabend bei runtergekurbelten Autoscheiben und Tempo 100 die gute Laune von einem scheiß Arbeitstag zurückholt.
"Is It In Your Darkness" und "Vultures" krachen dann wieder mit voller Wucht aus den Boxen. Letzterer mit einem für den Song ungewöhlichen Refrain.
Und warum immer ballern oder die gleichen Stilelemente wiederholen. Das Riffing von "Death, I Hear Your Calling" erinnert etwas die 80er Jahre oder aber an das Songwriting der oben angesprochenen anderen Band von Björn Strid.
Göttliche Piano-Töne läuten das Black Metal Gebolze von "This Godless Universe" ein. Und wie ich Eingangs schon sagte: da kann im Hintergrund das absolute Baller-Gewitter toben, Herr Strid singt den Refrain clean und es passt einfach!
"Dreams Of Nowhere" und "Golgata" haben für mich die stärkste Hooklines.
"Harvest Spine" haut nochmal richtig rein. Bei dem Song fühlt man sich in die "Figure Number Five"-Ära zurückversetzt.
Zu guter letzt wird mit dem 7:30 Minuten Epos "On The Wings Of A Goddess / Through Flaming Sheets Of Rain" ein weiteres Mal gezeigt, wo in Göteborg der Hammer hängt.

Mein Fazit zu "Övergivenheten":

Soilwork haben sich nicht neu erfunden, sondern haben alles, was sie in den letzten 20 Jahren gemacht haben auf diesem Album vereint. Wie so oft zünden einige Songs erst ab dem 3. Durchgang. Dennoch vermisse ich den ultimativen Song mit Hit-Charakter. Da gab es in der Vergangenheit den einen oder anderen Track mit hohem Wiedererkennungswert. "Strangler", "Distortion Sleep", "Whirl Of Pain", "Death In General", "Let This River Flow", um nur einige zu nennen.


Line Up

Björn “Speed” Strid – Gesang
David Andersson – Gitarre
Sylvain Coudret – Gitarre
Bastian Thusgaard – Schlagzeug
Sven Karlsson – Keyboards
Rasmus Ehrnborn – Bass

Tracklist


1. Övergivenheten
2. Nous Sommes La Guerre
3. Electric Again
4. Valleys Of Gloam
5. Is It In Your Darkness
6. Vultures
7. Morgongåva / Stormfågel
8. Death, I Hear You Calling
9. This Godless Universe
10. Dreams Of Nowhere
11. The Everlasting Flame
12. Golgata
13. Harvest Spine
14. On The Wings Of A Goddess / Through Flaming Sheets Of Rain
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