Sorcery - Necessary Excess Of Violence

CD Reviews, Sorcery - Necessary Excess Of Violence

Ich muss zugeben, dass ich gar nicht mitbekommen habe, dass SORCERY nach ihrem Split in 1997 seit 2009 wieder (sporadisch) aktiv sind. Mit ´Necessary Excess Of Violence´ bringen sie sich äußerst nachhaltig in Erinnerung.
SORCERY waren eine der ersten wirklich harten Bands in Schweden und wurden sogar noch vor Szeneurvätern wie NIHILIST gegründet. Trotz eines guten Debüts und der Tatsache, dass sie zur richtigen Zeit am richtigen Ort waren, haben sie es nie zu wirklicher Bekanntheit gebracht.
Nun liegt 33 Jahre nach Bandgründung das vierte Album der Death Metaller vor. Mit Sänger Ola Malmström und Gitarrist Paul Johansson sind noch 2 Gründungsmitglieder am Start. Um es vorweg zu nehmen: für mich ist das Album eine absolut positive Überraschung. Mir fällt keine schwedische Death Metal Band ein, deren aktuelles Album mir besser als das Debüt von Anfang der 90er gefällt. Da wird in der Regel besten Falls der Status verwaltet. Klar wird ´Necessary Excess Of Violence´ nie den Kultstatus von ´Bloodchilling Tales´ erreichen, unterm Strich aber hat das aktuelle Langeisen die Nase vorn. OK, das Cover zu toppen war jetzt nicht ganz so schwer, bei der Mucke sieht es schon anders aus. Wirkte auf dem Debüt so manches Break etwas ungelenk, so klingen die heutigen 10 Tracks wie aus einem Guss. SORCERY sind stellenweise sogar schneller als früher unterwegs. Bei den Metal Archives wird DISMEMBER als erster Vergleich gelistet, das ist ja oft so wenn Elchtodbands ein Händchen für Melodien haben. Wenn man die Jungs mit Landsleuten vergleichen will, kommen mir eher DESULTORY in den Sinn. Denn neben den typischen Death Metal Elementen haben auch die einen leichten Thrash Einfluss und nicht die gegrowlten Vocals. Ola Malmström klingt für mich besser, weil griffiger und dreckiger als auf dem Debüt, streckenweise habe ich den Eindruck, Lemmy hätte auf Death Metal Vocals gemacht.
Mit ´Death Is Near´ haben die Jungs auch noch eine absolute Hitsingle an Bord. Chaos, Aggression, düstere Stimmung und dann noch einen eingängigen Chorus – was will man mehr? Das einzige kleine Haar in der sättigenden und schmackhafte Blutsuppe ist die Tatsache, dass das Album ausgefadet wird. Eine Scheibe dieses Kalibers sollte sich nicht langsam vom Hof stehlen, sondern mit einem fetten BÄÄÄHHHHMMMM enden. Aber das ist wohl Geschmackssache
 
Für Fans des schwedischen Death Metal ist ´Necessary Excess of Violence´ ein Pflichtkauf. Ich hoffe, dass die Jungs sich mit dieser Platte im Gepäck auch live blicken lassen. Zu gern würde ich diesen weißen Fleck auf meiner Live-Landkarte endlich eliminieren.

Line Up

Ola Malmström - Vocals

Paul Johansson - Guitar

Johan Vikholm - Guitar

Tommy Holmer - Drums

John Falk - Bass

Tracklist

1. The Stellar Circle
2. Where We Were Born We Will Demise
3. The Darkest Part of You
4. Of Blood And Ash
5. I’ll Be Gone In The Dark
6. Death Is Near
7. Illuminate
8. King Of Nothing
9. Year Of The Plague
10. Language Of The Conqueror