Strigoi - Abandon All Faith

CD Reviews, Strigoi - Abandon All Faith

„Lass allen Glauben fahren!“, so in etwa könnte man den Titel des Debüts von STRIGOI verstehen. Kein Wunder. Denn mit VALLENFYRE ist das erste PARADISE-LOST-Nebenprojekt von Greg Mackintosh nach drei wirklich herausragenden Alben zu Grabe getragen worden, aber dem neuen Bandnamen entsprechend kehren die Begrabenen nun wieder zurück. STRIGOI sind nämlich dem rumänischen Volksglauben nach Untote, die zurückkommen, um sich an bestimmten Lebenden zu rächen.

Das Bild mit den Untoten passt eigentlich ganz gut, denn im Hinblick auf den Stil und Sound hat sich nichts Wesentliches geändert, geben sich doch auch auf „Abandon All Faith“ schnelle, kurze und brachiale Crustcore-Stücke sowie doomige, düstere Death-Metal-Tracks die Klinke in die Hand, und das alles in einer wirklich überzeugend dreckig-authentischen Art und Weise.

Besonders gelungen sind meines Erachtens dann auch die Titel, in denen Greg Mackintosh in der Tradition und aus der Erfahrung von PARADISE LOST oder VALLENFYRE den atmosphärisch-infernalen Blues bekommt. Da wäre zum einen das schon vorab veröffentlichte 'Phantoms', das durch seine dynamische Brutalität im Verein mit seiner hochemotionalen Intensität punkten kann. Dann das doomige 'Carved Into The Skin', das durch seine tiefgründige Langsamkeit eine ungeahnte pittoresk-schaudernde Atmosphäre zu erschaffen vermag. Unübertroffen sind in diesem Zusammenhang die wirklich tiefen Growls von Greg Mackintosh, die jede Hölle zufrieren lassen könnten. Hammer!Ähnliches gilt für 'Abandon All Faith', das ganz eigene Klangerlebnisse bietet, vor düsterer Infernalität nur so strotzt und somit ein mehr als würdiger Titeltrack ist.

Hinzu kommen die martialischen Crustcore-Einheiten, die zwar alle die Abrisssbirne mächtig, unerbittlich und kompromisslos kreisen lassen, aber ohne in seelenloses Geschrote zu münden. Denn bei allem Geballere finden sich immer auch Oasen der liebenswerten Besonderheiten. 'Nocturnal Vermin' kann da mit überaus groovigen Passagen aufwarten, bei 'Throne Of Disgrace' hat man mitunter den Eindruck, als ob eine Kettensäge ihr zerstörerisches Werk tut, 'Plague Nation' besticht dann durch seine Vielseitigkeit im Kleinen.

Fazit: Erbarmungsloses Geballere und dynamische Brutalität im Wechsel mit doomiger Intensität und düster Infernalität. Was will man mehr, zumal STRIGOI als neues Nebenprojekt von Greg Mackintosh natürlich auch in den unverkennbaren bluesig-hochemotionalen Gefilden von PARADISE LOST und in den death-metallischen und crustcorigen Jagdgründen von VALLENFYRE wildert. Ein wahres Meisterwerk, das wieder einmal unter Beweis stellt, dass man trotz aller Widrigkeiten des Lebens zumindest in Hinblick auf STRIGOI den Glauben nicht zu verlieren braucht...

Line Up

Greg Mackintosh - vocals, guitars
Chris Casket - bass
Waltteri Väyrynen - Drums (studio only)

Tracklist

01. The Rising Horde
02. Phantoms
03. Nocturnal Vermin
04. Seven Crowns
05. Throne Of Disgrace
06. Carved Into The Skin
07. Parasite
08. Iniquitous Rage
09. Plague Nation
10. Enemies Of God
11. Scorn Of The Father
12. Abandon All Faith

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