Swallow The Sun - Moonflowers

CD Reviews, Swallow The Sun - Moonflowers

Wer hätte gedacht, dass ich den ollen Catull einmal in einem Review zitieren würde: „odi et amo“: ich hasse und ich liebe. Genau so geht es auch SWALLOW THE SUN Mastermind Juha Raivio mit dem neuen Album, denn wenn man wie er beim Songwriting die tiefsten Wunden der eigenen Seele und die schlimmsten Verletzungen des eigenen Herzenz hervorholt, dann ist das nichts, was man mit großer Freude tut.

Aber es ist, wie es ist. „Moonflowers“ ist ein Opus geworden, das uns in musikalischer und textlicher Hinsicht mit den unterschiedlichsten tiefgrauen Tönen des Daseins konfrontiert. Tiefe Niedergeschlagenheit, tiefe Schwermut und tiefe Melancholie gehen konturlos ineinander über, doch über allem thront auch immer eine unbändige infernale Kraft, die einen Hauch von Optimismus verbreitet, und zwar immer dann, wenn die kraftvollen Riffs zusammen mit den tiefen Growls zu frohgemuteren Ufern aufbrechen, mitunter aber auch in das Schwarzmetallische abdriften.

Dann ist es gerade die doomige Schwere, die den Tracks im Verein mit der düsteren, niederdrückenden Melodiosität das ganz besondere Etwas verleihen. Gleiches gilt für die hintergründigen und dadurch umso mehr Wirkung entfaltenden Streichinstrumente. Bisweilen holt man sich auch weibliche Unterstützung, wie im Song “All Hallow’s Grieve” (feat. Oceans ofSlumber’s Cammie Gilbert).

Mitunter lässt sich die Stimmung auch aus einer Mischung aus DEPECHE MODE (der Songs of Faith and Devotion Ära), den düsteren PARADISE LOST und einer gehörigen Portion doomiger Entschleunigung im Stile von DRACONIAN charakterisieren. Zum Reinhören besonders geeignet sind in diesem Zusammenhang der Opener 'Moonflowers Bloom In Misery', 'Woven Into Sorrow' oder 'This House Has No Name'.

Kurz: SWALLOW THE SUN legen mit „Moonflowers“ einen ungeahnt düsteren Longplayer vor, der den Leiden menschlichen Daseins gekonnt leidvolles Leben einhaucht. Mehr schwermütige, wehmütige und melancholische Doomigkeit ist kaum möglich.

Line Up

Juha Raivio - guitars
Matti Honkonen - bass
Mikko Kotamäki - vocals
Juuso Raatikainen - drums
Juho Räihä - guitars

Tracklist

1. Moonflowers Bloom In Misery (6:19)
2. Enemy (5:39
3. Woven Into Sorrow (7:46)
4. Keep Your Heart Safe From Me (7:47)
5. All Hallows’ Grieve (5:37)
6. The Void (5:39)
7. The Fight Of Your Life (7:13)
8. This House Has No Home (6:40)
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