Temple Of Void – The World That Was

CD Reviews, Temple Of Void – The World That Was

“Not Evil” war der Stempel den der Kollege Lison aka Dr. Genuine Death-Doom den Amis von TEMPLE OF VOID für ihr drittes Album „The World That Was” aufdrücken wollte. Say what? Da wollen wir doch nochmal genauer nachschauen. Denn wie so oft ist eine Zweitmeinung ja ganz hilfreich.
Die ambulante Anamnese zeigt zunächst, dass „The World That Was“ rein äußerlich eine tolle Figur macht, denn das Album wird von einem wahrlich hervorragenden Cover geziert, welches quasi nach großformatigem Vinyl schreit.
Doch von der Patientenschau weiter ans Eingemachte: Der Longplayer startet mit einem zentnerschweren Gitarrenriff der Marke 90er Jahre MY DYING BRIDE, wird jedoch sofort von einem schwungvollen Beat abgelöst, bevor es schließlich zum gleichmäßigen Doom-Death im Stile der 90er Jahre Gothic Death Metal Kapellen kommt. Bei knappen sieben Minuten kann man dem Opener „A Beast Among Us“ zudem die nötige Abwechslung attestieren.
„Self-Schism“ zaubert dann gleich ein schönes Riff aus dem Hut, welches im Grunde jeden Deathologen erfreuen dürfte. Tiefe Growls und druckvoller Sound tun ihr Übriges.
„A Single Obulus“ sorgt als kurzes akustisches Zwischenspiel für eine kurze Entspannungsphase, bevor es mit „Leave The Light Behind“ den kürzesten Song im Stil früher PARADISE LOST, AMORPHIS & Co gibt – die Growls werden  durch cleanen Gesang unterstützt. Guter Song.
Etwas rumpliger geht es dann bei „Casket of Shame“ zu, zumal das Riffing hier etwas moderner und grooviger ausgefallen ist. Trotzdem nicht schlecht und eine nette Abwechslung zum malmenden Songaufbau der bisherigen Platte.

Zum Abschluss gibt es dann nochmal eine echte Death-Doom Schnecke mit knapp 10 Minuten Spielzeit. Wer die Alben eins bis drei von PARADISE LOST mag, dürfte auch hier Gefallen finden.
TEMPLE OF VOID erfinden hier keinen neuen Stil, liefern aber eine gutklassige Hommage an die Frühzeit des  Death und Doom Metal in den 90er Jahren ab. Um die Nachfolge von PARADISE LOST oder AMORPHIS anzutreten reicht es dann leider doch (noch) nicht ganz, da das Niveau nicht über die komplette Spielzeit von knapp 40 Minuten gehalten werden kann. Aber die Amis können dennoch unterhalten und problemlos das Prädikat „Doch Evil“ einheimsen, lieber Kollege!

Leider ist die schöne Orange and Blue Schism Version in Deutschland nicht mehr erhältlich – aber ihr könnt das Teil direkt beim Label in den USA ordern.

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