The Early November - Twenty

CD Reviews, The Early November - Twenty

Nostalgie und Melancholie gehen manchmal Hand in Hand. So auch bei den Alternative Rockern von THE EARLY NOVEMBER. Denn das zwanzigjährige Bandjubiläum ist ein Grund, innezuhalten und einmal in Ruhe auf das bisherige Schaffen zurückzublicken und die gewonnenen Erkentnisse auch datenträgertechnisch zu sichern. 
Herausgekommen ist der Longplayer „Twenty“, der aber wie der römische Gott Janus nicht nur in die Vergangenheit mit den fünf Alben zurückblicken, sondern mit brandneuen Songs auch gleich den Blick in die Zukunft werfen sollte. Nach dem beschaulichen, emotionalen und akustischen Opener 'Trees' werden dann die Stromgitarren ausgepackt und man fühlt sich sofort in die Zeit versetzt, als man selber an der Schwelle zum Erwachsenwerden gestanden hat und man dachte, dass die Welt einem gehöre und die Party kein Ende nehmen würde.

Eingefangen wurde dieses Gefühl in zahlreichen legendären Coming-Of-Age-Komödien wie American Pie oder Party Animals, für die THE EARLY NOVEMBER ohne Zweifel einen überzeugenden Soundtrack hätten liefern können, ist ihr Sound doch eine überaus mitreißende Mischung aus Pop, Punk und Rock, der aus der Ecke von Bands wie JIMMY EAT WORLD oder BLINK 182 zu stammen scheint. Denn neben jugendlicher Dynamik und Leichtigkeit findet sich doch immer auch eine gehörige Portion Sehnsucht, Wehmut und Melancholie in den Songs. Bisweilen schauen auch die „Beautiful-Day-U2“ durch, wie in dem Track 'Over My Shoulder'. Mitunter gibt es auch schrammelige unter die Haut gehende Powerballaden ('The Sand') oder gradelinige Mitgrölstücke wie 'My Own Dialogue'.

Fazit: Der Herbst steht vor der Tür, die Tage werden kürzer, das Gas wird knapper. Was wäre da nicht besser als sich ohne den Einsatz von fossilen Energieträgern das Herz zu erwärmen. Dafür eignet sich der neue Longplayer der Alternative Rocker von THE EARLY NOVEMBER in eindrucksvoller Art und Weise, nimmt er uns doch mit auf eine Reise in unsere jugendliche Sturm und Drangzeit, als uns nie kalt war, wir auch im tiefsten Winter auf lange Unterhosen verzichteten und in dünnen Sneakern in die Schule gingen
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