THE TEA PARTY - Blood Moon Rising

CD Reviews, THE TEA PARTY - Blood Moon Rising

THE TEA PARTY. 30 Jahre hat die Kapelle auf dem Buckel. Unter die Augen und Ohren gekommen ist sie mir bewusst nicht in der Zeit. Neun Major-Releases und eine sechsjährige Band-Pause, um nicht Auflösung zu sagen, zwischen 2005 und 2011 kennzeichnen u. a. ihre Bandgeschichte. Nun wollen die drei Herren aus Kanada mit Blood Moon Rising auch in Europa mal wieder von sich hören lassen.

"The Tea Party continue to be one of the heaviest 3-piece bands you’ve ever heard." Ich mag solche Steilvorlagen gerne Volley annehmen. Immerhin trägt diese Aussage eine Relativierung. Aber eines der härtesten Trios, die man jemals hörte? HONKY sind da doch ruppiger, selbst ZZ-Top hat mehr Härte. 
In den Jahren ihrer Bandgeschichte konnten sie mehr als 1,6 Mio Tonträger unter die Leute bringen. Immerhin. 
Wie kann man den Stil der Band auf dem vorliegenden Album beschreiben? Ich würde die Schublade aufmachen, auf der Psychodelic Rock draufsteht. Fachkundige Pressestimmen heben folgende Schilder hoch: Industrial Rock, Blues, Progressive Rock mit musikalischen Einflüssen aus dem Mittleren Osten. Dies im Terminus Moroccan Roll zusammenzufassen spricht von überragender geographischer Kenntnis der Region des Mittleren Ostens. Ich hatte zumindest schon meine Stiefel, Sportschuhe, Badelatschen und auch blanken Füße auf dem Boden eines der Länder des Mittleren Ostens. Marocko gehört übrigens explizit nicht dazu... 
Hat mich der aufgehende Blutmond emotional oder sinnlich erfasst? Nein. Begründung: Der Sound ist mir zu komprimiert und der Gesang Jeff Martins ist mir einerseits zu eintönig und andererseits zu untergehend im Mix. Höre ich Vergleich dazu DAVE GAHAN & SOULSAVERS mit Imposter (VÖ: 12.11.2021) an, ist dort eine klare herausstrahlende Stimme.
Vorliegend zur Rezension THE TEA PARTYs ist das, was als Digipak-CD oder digitale Version des Album veröffentlicht wird. Da ist dann nämlich Bonusmaterial dabei,  u. a. Cover von MORRISSEY und JOY DIVISION. Ferner ist eine Liveversion des Liedes Way Way Down (was als Studioversion zu den Kernkompositionen Blood Moon Risings gehört). Die Liveversion gefällt mir in ihrem Klang um Längen besser als die "Originalversion". Das Riff von Black River finde ich gut, Hole In My Heart entwickelt einen gewissen Charme und The Beautiful kann ich auch noch als anhörenswert erwähnen. Das Cover des MORRISSEY Liedes (Everyday Is A Sunday) brachte mir Who's Gonna Ride Your Wild Horses von U2 bei Akkorden und Rhythmik des Refrains in Erinnerung, wirkt aber anders als MORRISSEYs Original. JOY DIVISION haben bei mir noch nie Jubelschreie ausgelöst, obwohl Love Will Tear Us Apart ein "Welthit" ist. THE TEA PARTYs Interpretion ändert nichts an der persönlichen Präferenz. Und LED ZEPPELINs Out On The Tiles passt kompositorisch gut ins Raster THE TEA PARTYs. Aber Robert Plant setzt mit seiner Stimme und seinem Tonumfang deutlich schärfere Akzente, als es Jeff Martin kann. 

Fazit: Insgesamt betrachtet ist das Hörspiel um den aufsteigenden Blutmond sehr durchwachsen. Die paar Songs, die Bestandteile haben, die gefallen, reißen es nicht raus. 

Line Up

Jeff Martin - Gesang, Gitarre
Stuart Chatwood - Bass, Keyboard
Jeff Burrows - Schlagzeug, Perkussion

Tracklist

01 Black River
02 Way Way Down
03 Sunshower
04 So Careless
05 Our Love
06 Hole In My Heart
07 Shelter
08 Summertime
09 Out On The Tiles [Led Zeppelin Cover]
10 The Beautiful
11 Blood Moon Rising (Wattsy’s Song)
12 Isolation [Joy Division Cover]
13 Everyday Is Like Sunday [Morrissey Cover]
14 Way Way Down [Bonus Live Version]

Anmerkung: 12 bis 14 sind als Bonus nur auf der CD im Digipak oder auf der digitalen Albumversion. Auf Vinyl sind die Lieder 01 bis 11.
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